Das Netz ist böse!

897. Tatort: Adams Alptraum (Stellbrink & Marx/SR)

(Bild: SR/Manuela Meyer)

(Bild: SR/Manuela Meyer)

Nach den zwei missratenen komödiantischen Versuchen im neuen Tatort aus Saarbrücken waren die Autoren Lars Montag und Dirk Kämper um mehr Ernsthaftigkeit bemüht. Das gelang halbwegs; selbst die Rückkehr der saarländischen Miss Marple, Frau Müller, war fein dosiert. Die Auftritte des Kindes mit Trisomie 21 waren angenehm normal.
Das ist leider das einzig Positive, was man über „Adams Alptraum“ schreiben kann.

Das Ensemble um den herausragenden Devid Striesow war einfach schlecht. Die Darstellungen der Kollegin Brück, der Staatsanwältin und der Staatssekretärin legen den Verdacht nahe, daß die Verantwortlichen zumindest ein Problem mit Frauen haben.
Der Plot um den gemeuchelten, bei Kindern beliebten, Schwimmtrainer war grauenhaft. Er suggerierte, daß es im Internet nur von Päderasten und anderen bösen Gestalten wimmelt. Selbst dort organisierte Flashmobs dienen laut Autoren ausschließlich dazu, anderen zu schaden. Das ist die Aussage des gestrigen Tatorts aus Saarbrücken. Leider scheint es in den Redaktionsstuben fest verankert zu sein, daß das Netz böse ist. Dafür werden die Möglichkeiten der Überwachung Verdächtiger grundsätzlich positiv dargestellt.

Zu allem Überfluss wurde die hanebüchene Auflösung des Falls von den Kommissaren nacherzählt. Wozu es davor 85 Minuten Film bedurfte, ist nicht nachvollziehbar. (2,5/10)

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Weitere Meinungen: Les Flâneurs, Tatort-News, Wie war der Tatort, Tatort Blog

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