Der große Bogen

898. Tatort: Auf ewig Dein (Faber & Böhnisch/WDR)

Ein Fundort, der Faber mit seiner Vergangenheit konfrontiert. (Bild: WDR/Thomas Kost)

Ein Fundort, der Faber mit seiner Vergangenheit konfrontiert. (Bild: WDR/Thomas Kost)

Ob es nun ein richtiger Fall oder nur ein Psychodrama war, darüber kann man trefflich streiten. In erster Linie war der gestrige Tatort ein guter Film mit einigen Schwächen.

Dem von mir viel gescholtenen Jürgen Werner gelang es in viermal 90 Minuten über den Hauptfiguren einen großen Bogen zu spannen – inklusive eines guten Abschlusses, der sich hinter Staffelfinale guter Serien nicht verstecken muss. Faber bekam Klarheit über die Umstände des gewaltsamen Todes seiner Familie und durfte im Duell mit dem Hauptverdächtigen noch mal seine extrovertierte Seite zeigen, während die Kollegin Böhnisch sich ihres Callboy entledigte. Einzig das Jungermittlerpaardrama wirkte erneut deplatziert und wie ein Zugeständnis an jüngere Zuschauer mit viel Seifenopernerfahrung. Durch die Konzentration auf das Duell und das Private bekamen die anfangs zuhauf gezeigten Figuren zu wenig Raum, mögliche Motive genauer zu zeichnen.

„Die halten mich doch alle für verrückt“, befürchtete Faber in der Schlussszene. Das macht nichts, wenn sich die Autoren in Zukunft nicht nur darauf konzentrieren, sondern die Vergangenheitsbewältigung als Chance begreifen, die Figuren weiterzuentwickeln und die Kriminalität etwas mehr in den Vordergrund stellen. (7/10)

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Weitere Meinungen: Les Flâneurs, Tatort-News, Wie war der Tatort
Bild WDR/Thomas Kost

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