Ein Traum in Beton

Wer auf schöne Städte steht, so mit richtiger Altstadt, Museen, die aus aus Film, Funk, Fernsehen und Internet bekannt sind, Seen oder Flüssen für die Naherholung und so, sollte nicht nach Ludwigshafen reisen.
Ludwigshafen am Rhein, nicht am Bodensee, damit keine Irritationen aufkommen.

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Für Stadtneurotiker wie mich wurde es Zeit, diese Stadt endlich einmal etwas ausführlicher zu besuchen. Sam (Blog/Twitter) begleitete mich im Rahmen von unser Deutschlandpasstour #sbdlp14.

Ludwigshafen Hauptbahnhof

Es beginnt am Hauptbahnhof, der tagsüber so belebt ist wie eine Kirche am Montag Mittag (wenn nicht gerade eine Trauerfeier stattfindet). 1969 eigens ver- und als Dreieck neu angelegt, möchte man dort nicht alleine sein, ist es aber, weil sich dort sonst kein Mensch aufhält.

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Fernzüge halten dort kaum welche, und der S- und Regionalbahnhof „LU-Mitte“ hat inzwischen mehr Fahrgäste als der Hauptbahnhof, der abseits des Zentrums liegt.
Selbst die untertunnelte Straßenbahn führt dem Bahnhof kaum Fahrgäste zu, so daß ein Teil des Tunnels vor einigen Jahren für den Linienbetrieb stillgelegt wurde.

Fahrgastansturm

Die anfangs uneine CDU überließ es 1959 der SPD, den ersten Beton für das „Projekt Visitenkarte“ der im Zweiten Weltkrieg nahezu vollkommen zerstörten Innenstadt anzurühren. Ein Jahr später, Dr. Helmut Kohl war inzwischen Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, wollte die CDU die Modernisierungsambitionen nicht alleine den Sozen überlassen.

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Straßen nach amerikanischem Vorbild sollten die Innenstadt über- und umfahren. Straßen, die nach Mannheim führten, dessen Wurmfortsatz man bis Mitte des 19. Jahrhunderts war, bevor Bayern dem Hafen den Namen Ludwig gab und ihn zur Stadt erhob.

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Herausgekommen ist ein Traum in Beton, auf den man ziemlich stolz war. „Die kesse LU“ bediente bis dahin unbekannte Fetische.

 
Rund um das neu erbaute Rathaus, das einen Gegenpol zum BASF-Hochaus bilden sollte, entstand ein für deutsche Verhältnisse gigantisches Straßennetz. Dazwischen wurden noch ein paar Straßenbahnstrecken untergebracht.

Rathauscenter & Lampe

Sonderlich befahren sind die Straßen nicht (mehr?). Mit wenig Geld könnte man Ludwigshafen zur fahrradfreundlichsten Stadt, wenn eine Spur pro Fahrtrichtung für sie reservieren würde. Es fiele niemandem auf.

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Fasst man sich ein Herz und überquert einer dieser Stadtautobahnen, gelangt man tatsächlich in die Innenstadt. Und dort wird Ludwigshafen ziemlich langweilig.
Okay, eine vollkommen überdachte Haltestelle im Zentrum hat auch nicht jede Stadt.

Kurvenlage

Irgendwann gelangt man wieder an den Hauptbahnhof, und viele können verstehen, warum es selbst Busse unheimlich eilig haben.
Ich fand’s klasse!

[Ludwigshafen als Album (ohne Oggersheim und BASF)]

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