Netzgebilde Spezial: Sexualpädagogik

Die wöchentliche Umschau zu Erziehung und Bildung

Erzieher*innen, Lehrer*innen und alle anderen, die professionell mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, stehen mit einem Bein im Gefängnis. Die Tür zum Knast steht noch einen Spalt breiter offen, wenn Sexualität bzw. Sexualpädagogik ins Spiel kommen. Dementsprechend ist die Textauswahl dieser Umschau speziell, verspätet und ein wenig einseitig. Möge sie bei der Aufklärung helfen.
Genug des Vorspiels!

Aufklärung in Plüsch: Stofftier Spermi

Schule
Sehr hitzig wurde der für 2015 vorgesehene „Bildungsplan Sexuelle Vielfalt“ an Baden-Württembergs Schulen diskutiert. Viele Petitionen und über die Medien ausgetragene verbale Schlachten veranlassten die grün-rote Landesregierung, den Bildungsplan erst 2016/17 „überarbeitet“ einzuführen.
Bernd Saur, Vorsitzender des Philologenverbandes Baden-Württembergs, sieht in den gestoppten Plänen der dortigen Landesregierung eine Sprengung der Toleranzgrenze.

Sehr ausführlich hat sich erbloggtes unter der Überschrift „Sexualpädagogik für Hassprediger“ mit den Argumenten der Gegner auseinandergesetzt: in drei Teilen.

Daß sich die Zeiten nicht nur wegen des Internets geändert haben, dürfte unbestritten sein. Sozialmediziner und Sexualwissenschaftler Harald Stumpe widerspricht einer Verrohung der Jugendlichen durch pornographische Darstellungen im Internet. Er sieht in rudimentärer Sexualpädagogik eher die Gefahr, daß sie Angst vor Comig-Out begünstigt. Elisabeth Tuider, Soziologieprofessorin, erläutert ihre Vorstellung von zeitgemäßer Sexualpädagogik.
Nachtrag 5.12., 22.25 Uhr: bei erbloggtes gibt es „Sexualpädagogik der Vielfalt. Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit“ von Elisabeth Tuider, Mario Müller, Stefan Timmermanns, Petra Bruns-Bachmann, Carola Koppermann als Download mit anregenden Fragen dazu.

Im aktuellen SZ-Magazin gibt es einen längerern Artikel zu dem Thema. Sobald er online ist, packe ich den Link hier rein.

Kindergarten
Ebenfalls Gegenstand heißer Diskussionen sind regelmäßig Doktorspiele im Kindergarten. Unstrittig ist, daß bereits Kleinkinder eine Sexualität haben. Sie entdecken sie an sich und anderen Kindern.
Psychologin Helga Tolle versucht, Eltern Ängste zu nehmen. Im „Online-Handbuch Kindergartenpädagogik“ gibt die Leiterin einer Kindertagesstätte Einblicke in die Praxis der Sexualpädagogik.
Auf dem Bildungsserver gibt es Praxismateralien zur Sexualitätserziehung.

Behinderung
„Sexualität und Behinderung“ ist ein Thema, bei dem es mindestens viele Vorbehalte gibt. Ich durfte, während ich in der Behindertenhilfe täitg war, ein paar Fortbildungen zu dem Thema besuchen. Daraus entstand mit Kolleg*innen und Vorgesetzten sogar ein Konzept. Das Ergebnis war ziemlich enttäuschend, weil wir im Kinder- und Jugendbereich arbeiteten, der junge Erwachsene bis 21 Jahre umfasste und Sex trotz aller guten Gedanken ausschloss. In einer Gruppe mit fünf Bewohner*innen zwischen 5 und 20 Jahren wurde es noch schwieriger. Die offene Windel während der Mittagsruhe war das höchste der Gefühle.
Eine Sexualbegleitung für Volljährige ins Haus zu holen, obwohl die Einrichtung überkonfessionell war, kam folglich nicht in Frage. Dabei wäre sie sehr wichtig gewesen..
Ist eine*r Bewohner*in homosexuell, was ich wahrscheinlich aufgrund meiner Sozialisation nicht erkannt hätte, wird’s komplexer. Eine Sexualbegleiterin berichtet.

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Ein Gedanke zu “Netzgebilde Spezial: Sexualpädagogik

  1. Pingback: Netzgebilde | Ansichten aus dem Millionendorf

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