Netzgebilde

Die wöchentliche Umschau zu Erziehung und Bildung

Die von der CSU postulierte Deutschpflicht in den heimischen vier Wänden, der Plötzliche Kindstod, zwei ungewöhnliche Kindergärten, Homeschooling und noch mal Sexualität bilden die Themen dieser Woche.

Beginnen wir fast tagesaktuell. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist der inzwischen abgemilderte Vorstoß der CSU, für den ich mich als bayerischer Nicht-CSU-Wähler schäme, in Migranten- und mehrsprachigen Familien nur noch Deutsch zu sprechen, verheerend. Dazu zwei Texte.

Zum Glück weiß man inzwischen mehr über den Plötzlichen Kindstod (SIDS). Die Zahl der Kinder, die daran stirbt, ist rückläufig. Pädiater Herbert Renz-Polster fasst neue Studien zusammen und animiert Eltern, Säuglinge und Kleinkinder im ehelichen Bett schlafen zu lassen.

In Schwerin eröffnete kürzlich die zweite 24-Stunden-Kindertagesstätte, die sich an Eltern richtet, die im Schichtdienst arbeiten und einen Nachweis erbringen müssen. So wichtig sie sind, weil familiäre Netzwerke immer seltener werden, hoffe ich, nie darauf angewiesen sein zu müssen. Egal, wie gute Arbeit dort geleistet wird.
In Bergisch-Gladbach gibt es einen Wald-Kindergarten auf dem Friedhof.

In unregelmäßigen Abständen hört oder liest man von Eltern, die ihre Kinder zuhause beschulen. Es gibt hierzulande eine Schulpflicht, in anderen EU-Ländern lediglich eine Bildungspflicht. Die Hürden, Kinder nicht in die Schule schicken zu müssen, sind sehr hoch. Zu Recht, wie ich finde. Es geht nicht nur um das Lernen, sondern auch um das Interagieren in Gruppen. Ich halte auch nichts davon, Kinder vor allem Schlechten so lange wie möglich fernzuhalten. Kinder müssen sich außerhalb des Elternhauses mit anderen Autoritäten auseinandersetzen. Ein Vater erläutert in diesem Interview seine Intention.

Als Nachtrag zur Sexualpädagogik letzter Woche.
In Koblenz wird Christian Bayerlein als Behindertenbeauftragter der Stadt nicht wiedergewählt werden. Zu offen soll er über „Sexualität und Behinderung“ gesprochen haben. In einem Interview sprach er darüber.
Es ist noch sehr viel zu tun.

Zum Schluss noch ein kleiner Trost für Eltern mehrerer Kinder: Geschwisterstreit soll Kinder schlauer machen.

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