Netzgebilde

Die wöchentliche Umschau zu Erziehung und Bildung

Diesmal zu Männern in Krippe und Kindergarten, Abgründen der Erziehungshilfe, Helikopter-Eltern, streikenden Erzieher*innen, einem Geschenketipp und einem Rap.
Das Netzgebilde macht eine kleine Pause und meldet sich spätestens am 7. Januar mit neuen kommentierten Links zurück.

Männer, also ausgebildete Kinderpfleger und Erzieher, sind in Krippen und Kindergärten so begehrt wie umstritten. Sie bürgen nicht qua Geschlecht für bessere Qualität. Holger Brandes, Rektor der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden, erläutert das.

Meine Erfahrungen als Mann im Kindergarten sind unterschiedlich. Ein Kindergarten war wegen einer Mutter, die mich vom ersten Tag an kritisch beäugte, ein schwieriges Pflaster für mich. Ich hatte die Leitung und war der einzige Mann im Team. Eine Erfahrung, die mich über zehn Jahre vom Kindergarten fernhielt. Die folgenden Texte stellen einen interessanten Querschnitt dar. In beiden Kontexten könnte ich nicht arbeiten. Ein Erzieher berichtet, warum er in der Krippe im Team arbeitet, aber nicht wickelt, ein anderer, der als Tagesvater alleine arbeitet.
Ich brauche ein (gemischt geschlechtliches) Team und eine Elternschaft, die mir vertrauen und die gleichen Tätigkeiten auftragen wie meinen Kolleginnen. In so einem vertrauensvollen Gefüge arbeite ich, und ich weiß es sehr zu schätzen. Für mich ist das selbstverständlich.

Hilfeplangespräche sind ein wesentlicher Bestandteil der Erziehungshilfe. Rückblick und Zielsetzungen für das Kind/den Jugendlichen werden darin dokumentiert. An Hilfeplangespräch nehmen Eltern, ggf. per Familengericht bestimmter Vormund, Vertreter der betreuenden Einrichtung
Wie vor allem die für Betreute wichtigen Gespräche nicht verlaufen sollten, protokolliert Schicksale der Republik.

Als ich die Erstklässler*innen das erste Mal von der Schule abholte, baute ich mich auch vor dem Klassenzimmer auf. Ihre Lehrerin sollte wissen, wer die Kinder abholt u.a der langhaarige Rockträger). Ich vereinbarte mit sofort, wo wir die Bande zukünftig in Empfang nehmen wollten – vor der Schule. Das Elternaufkommen vor dem Klassenzimmer war massiv und sehr unanganehm. Ich schämte micheine Woche später, als eine Mutter während der Wiesn ihre Kinder abholte. Kaum waren die Kinder draußen, schmiss sie sie in den SUV und fuhr rasant rückwärts aus der verkehrsberuhigten Straße, damit keine Zeit verloren gehen konnte. Um halb 12.
Der Rektor einer Stuttgarter Schule verschaffte sich Luft, indem er sich öffentlich über Helikopter-Eltern beschwerte. Ich kann ihn verstehen. (Reaktionen darauf.)

In Hamburg beendeten kürzlich Erzieher*innen und Kinderpfleger*innen um 11.55 Uhr ihren Dienst, weil es 5 vor 12 ist.

Braucht noch jemand ein Weihnachtsgeschenk?
Sohn 1 der Buddenbohms testet seit kurzem in unregelmäßigen Abständen Elektrospielzeug. Inder ersten Folge: Kurio – das Kinder-Tablet. Eine wunderbare Rubrik, auf deren Fortsetzung ich als auf dem Gebiet vollkommen unbefleckter Erzieher sehr gespannt bin!
Im neuen Jahr wird es hier ein Medienpädagogik-Spezial geben. Das Minenfeld muss betreten werden.

Zum Schluss: Behinderte rappen. Krass!

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3 Gedanken zu “Netzgebilde

  1. Hier ein Interview mit Werner Meyer-Dieters zum Thema „Männliche Erzieher“: Männer unter Verdacht | Männliche Erzieher wickeln kleine Jungs und setzen sich Mädchen auf den Schoß. Geht’s noch? Überall lauern doch Gefahren! Und pauschale Verdächtigungen. Der Kinder­schützer Werner Meyer-Deters erklärt, was vernünftige Vorsicht ist – und was sinnlose Panik … http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2014/maenner-unter-verdacht-30789?page=all

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