Netzgebilde

Die wöchentliche Umschau zu Erziehung, Pädagogik und Bildung

Die Weihnachtspause dauerte ein wenig länger, weil ich tatsächlich aus dem Rhythmus kam und seit zwei Wochen den roten Faden, den ich letztes Jahr irgendwo liegen ließ, suchte. Ich fand ihn nicht und beginne somit ein wenig von Neuem. Dieses Netzgebilde ist eine Zusammenstellung gesammelter Texte der vergangenen Wochen.
Dafür gibt es jetzt ein Rubrikenbild, das ich zufällig fand. Ich schoss es in Berlin-Köpenick, und ich finde, dass es ganz zur Thematik passt. Verknüpfungen und so.

NGB1501-04bw

Wie erkläre ich Kindern Pegida oder allgemein Fremdenfeindlichkeit? Zunächst einmal auf Nachfrage, oder wenn ich im pädagogischen Alltag bemerke, dass Kinder von anderen Kindern ausgegrenzt werden. (Im schlechtesten Fall zeigt man Kolleg*innen auf, wie sie Kinder ausgrenzen.) Uta Rasche und Die Mutti zeigen Möglichkeiten auf.

Die Schreibschrift wird es schwer haben, die Digitalisierung zu überleben. Das ist der der Lauf der Dinge, der sich nicht aufhalten lässt, und den ich nicht bedauere. Finnland will jetzt den Anfang machen und die Schreibschrift abschaffen.
Geht man etwas tiefer, ist die Schreibschrift mehr als ein Auslaufmodell konservativer Bildungspolitik. Das flüssige Schreiben ermöglicht Erfassen und Verknüpfen, das leider schon mit Einführung der „Vereinfachten Ausgangsschrift“ gekappt wurde. Viele, von Eltern schon im Kindergarten gewünschte, vorbereitende Schreibübungen, die das Verbinden von Geschwungenem und somit Fluss und Verständnis fördern, werden damit ad absurdum geführt. Das Plädoyer von Heinrich-Rudolf Bruns und der Katholischen Erziehergemeinschaft trifft meinen Nerv.
Dass der Wisch über das Tablet nicht der Untergang des Abendlandes ist, ist ein eigenes, medienpädagogisches Thema.

Letzte Woche lief „Frau Müller muss weg“ an. Ein Film von Sönke Wortmann, der ehrgeizigen Eltern den Spiegel vorhalten will, die an Elternabenden zu großer Form auflaufen. Ich habe den Film noch nicht gesehen, keine Kritiken gelesen und werde ihn mir erst anschauen, wenn er im Fernsehen gezeigt wird.
Das Erzieher*innen- und Lehrer*innendasein hat sich verändert, weil Beratung eine immer größere Rolle spielt. Das liegt u.a, daran, dass Eltern durch ständige Veränderungen in der Bildungspolitik und eine Schwemme von Erziehungsratgebern verunsichert werden. Live-Berichte von Elternabenden erfreuen sich auf Twitter großer Beliebtheit. Das wird im Netz sehr gerne aufgegriffen.
Erzieher*innen und Lehrer*innen können übrigens nicht live twittern, weil sie Elternabende vorbereiten und moderieren.

Verena Pausder fordert eine bessere Bezahlung für Erzieher*innen. Das unterschreibe ich. Und sie fordert eine Männerquote von 30 Prozent. Das ist ein ein netter Vorstoß. Nur: Wenn es die Männer nicht gibt – wie soll dann eine Quote erfüllt werden? In vielen Berufen gibt es die qualifizierten Frauen, die tatsächlich eine Quote brauchen, damit das gewürdigt wird. Gesetzlich? Zwangsväterdienste in Kindergärten? Ich weiß nicht. Aber lesen Sie selbst.
Will man Männer für den Beruf begeistern, muss man auch Quereinsteiger begeistern und sie anständig ausbilden. Wie Dexter Langen, der für Hansa Rostock in der Bundesliga spielte.

À propos Männer: Mr. Germany 2014 ist übrigens Erzieher.

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