Wolle Abenteuer?

Nachbetrachtung zu Shaun das Schaf – der Film

In der Stadt ist Anpassungsfähigkeit gefragt. (Bild:  Aardman Animations Ltd. )

Wichtig in der Stadt: Anpassungsfähigkeit! (Bild: Aardman Animations Ltd./Studiocanal)

So ein Schafleben ist schon monoton. Tag für Tag, Sommers wie Winters muss man weiden, während die Schweine ein lockeres Leben führen, der Hund des einfältigen Farmers nur dessen Handlanger ist und jeglichen Spaß im Keim erstickt, und der Farmers sein Antlitz im Spiegel bewundert und sich auch ansonsten für einen tollen Hecht hält, obwohl er bei Bauer sucht Frau nur geringe Chancen auf Weitervermittlung hätte. Die einzige Abwechslung bietet das Scheren, das aber keinen Spaß macht.
Zum Glück ist Shaun nicht dumm und weiß, wie man den Bauern und seinen treuen Vasallen außer Gefecht setzt, um wenigstens einen verdammten Tag Spaß mit seinen Freunden zu haben. Das klappt erwartungsgemäß nicht ganz so gut, so dass aus dem freien Tag ein größerer Ausflug in die benachbarte Großstadt, die mit dem öden Landleben so gar nichts gemein hat, wird.

Erwartungsgemäß wird der unfreiwillige Ausflug sehr witzig. Und wer auf Zitate steht, kommt noch einmal mehr auf seine Kosten. Ich erkannte gerade mal drei, die ich hier aber aus Gründen der Höflichkeit nicht preisgebe. Herrlich subtil wie selbstverständlich ist jedoch, wie verschiedene Ethnien in einer Stadt einfach leben. Sie werden nicht hervorgehoben oder mit speziellen Auftritten bedacht – nein: Sie sind einfach da. Und sie fallen nicht mehr auf als Schafe, die sich, um ihren einfältigen Farmer zurück zu holen, als Menschen verkleiden. So spielt man mit dem Unterbewusstsein!
Über die ein, zwei Längen, die sich während der 80 Minuten auftun, kann man dabei getrost hinwegsehen. Aber vielleicht dienen sie auch nur dem Innehalten.

Ich mag es, wenn man einem Film schon in der ersten Minute anmerkt, welch Heidenspaß die Beteiligten hatten. Den Darstellern sieht man es in diesem Fall nicht an, weil sie Produkte der hervorragenden Knetkünstler von Aardmans Animations sind. Aber sie werden mit so viel Leben(sfreude) erfüllt, wie man sie jedem Menschen wünschte. Die Liebe zum Detail ist hinreißend wie beeindruckend, weil die digitale Knetstadt mit ihrem pulsierendem Leben so realistisch und so absurd gezeigt wird, wie es sich eben für eine Stadt gehört. Mark Burton und Richard Starzak erzählen eine Geschichte, die so einfach wie klassisch ist, ohne dabei zu moralisieren oder künstlich etwas aufzublasen, was schnell durchschaubar wäre. Mut, Abenteuer, Spaß und Unsinn – vielleicht kommt es im Leben darauf an.

Zum Schluss noch dies: Bleiben Sie bis zum Schluss sitzen, also bis zum Ende des Abspanns! Das gebietet nicht nur der Respekt.

tl;tr: Shaun im Kino ist ein herrlicher Schmarrn für Jung (ab 6 Jahren) und Alt. (8/10)

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