Tramvent: 4. Tür

Straßenbahnen haben weniger Türen als Adventskalender. Dennoch fahren sie weitaus länger, als der Inhalt der Kalender vorhält. Deshalb gibt es hier während der stillen Tage, in den Trambahnen noch voller als sonst sonst, eine kleine Huldigung an die zarteste Versuchung, seit es Nahverkehr gibt.
Aber für jede Tür gilt: bitte erst aussteigen lassen!

Stadtbahnwagen B

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B80 einer späteren Bauserie der KVB am Breslauer Platz

Wie in vielen anderen Städten stieg auch im Ballungsraum Rhein-Ruhr in den 1960er Jahren der Individualverkehr so stark an, dass der Raum für die Straßenbahn immer enger wurde. Man plante folglich, Teile des Netzes vor allem in den Innenstadtbereichen unter die Erde zu legen. Dafür benötigte man spezielle Fahrzeuge und dachte dabei eher an U- denn an Straßenbahnen. Man projektierte einen Stadtbahnwagen A, der vergleichbar mit dem ist, was man als richtige U-Bahn bezeichnen kann: Normalspur mit Stromschiene und somit auch mit vollkommener Trennung vom Straßenraum sowie Traktionsfähigkeit. Doch Köln (das in das geplante Netz einbezogen werden sollte) und Bonn scherten aus, weil die Überlandstrecken zwischen den beiden Städten bis heute nach Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung befahren wird. Außerdem hatte man in Köln schon einen Tunnel gebaut, dessen Kurvenradien für die geplanten Maße ungeeignet waren, weil auch in Zukunft die Straßenbahn sie nutzen sollte. Die reine U-Bahn war wieder vom Tisch, bevor das Fahrzeug überhaupt in Auftrag gegen wurde.

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B80-Traktion der Düsseldorfer Rheinbahn

Köln und Bonn planten ein eigenes Fahrzeug: den Stadtbahnwagen B.
Mit einer Breite von 2,65 Metern und 28 Metern Länge ist der zweiteilige Stadtbahnwagen, der landläufig als B80 bezeichnet wird, sowohl tunnel- als auch straßentauglich und traktionsfähig. Das Fahrzeuginnere ist ebenerdig, ein niveaugleicher Einstieg sollte durch Hochbahnsteige erreicht werden. Für Strecken abseits der Tunnel wurden sie mit Klapptrittstufen ausgestattet.

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Dreiteiliger B80 der Dortmunder Stadtwerke auf der teilweise überlandmäßig verlaufenden Strecke nach Westerfilde

Die ersten von DUEWAG gebauten Prototypen wurden 1973 in Dienst gestellt.
1977 gelangten die ersten Fahrzeuge nach Essen ins Ruhrgebiet und wurden bis 1994 mit unterschiedlichen Antrieben und Steuerungen von Mülheim, Düsseldorf, Dortmund, Duisburg und Bochum/Gelsenkirchen beschafft. Krefeld beschaffte keine Stadtbahnzüge. Dort sah man bis auf ein paar Probemeter unterm Hauptbahnhof von einem Tunnel ab. B-Wägen sieht man in Krefeld dennoch, weil die Düsseldorfer Linie U76 in der Innenstadt endet.
In Dortmund ging man dazu über, dreiteilige B80 zu beschaffen. In Düsseldorf fahren bei Großveranstaltungen bis zu vier Wägen in einem Zugverband. Für die Strecken von Düsseldorf nach Duisburg bzw. Krefeld wurden einige Fahrzeuge als Speisewägen gebaut. Diesen Service gab man aber inzwischen auf.

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Duisburger B80 in Düsseldorf

In Deutschland kam der Stadtbahnwagen B über Nordrhein-Westfalen nicht hinaus. Andere Städte (Frankfurt, Hannover, Stuttgart) gingen konzeptionell ähnliche Wege, entschieden sich aber für andere Fahrzeuge. Gemein mit denen an Rhein-Ruhr-Sieg ist ihnen nur, dass sie sie sich nicht für eine U-Bahn im klassischen Sinne entschieden. Für reine U-Bahnen, die mit der Straßenbahn nichts gemeinsam haben, entschieden sich nach dem 2. Weltkrieg nur München und Nürnberg.

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B80 in Düsseldorf an der Messe/esprit-Arena

Die verkehrspolitische Bewertung für diese Fahrzeuge bzw. das Netz, das sie befahren, ist ein eigenes Thema.

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