Tramvent: 13. Tür

Straßenbahnen haben weniger Türen als Adventskalender. Dennoch fahren sie weitaus länger, als der Inhalt der Kalender vorhält. Deshalb gibt es hier während der stillen Tage, in den Trambahnen noch voller als sonst sonst, eine kleine Huldigung an die zarteste Versuchung, seit es Nahverkehr gibt.
Aber für jede Tür gilt: bitte erst aussteigen lassen!

DUEWAG, klassisch

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Klassischer DUEWAG-Gelenkwagen in der Düsseldorfer Atstadt

Versuche, Gelenktriebwagen zu bauen, gab es bereits vor dem 2. Weltkrieg. Allerdings kam man über Experimente nicht hinaus, die keine Verbesserung im Sinne von Vereinfachung im Betriebsablauf schafften, was auch am bis in die 1960er Jahre verbreiteten Schaffnerbetrieb lag. In der Regel blieb man man beim klassischen zwei- oder vierachsigen Treibwagen mit einem oder zwei Beiwagen.

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Von Bielefeld nach Innsbruck gelangten einige Gelenkwagen.

Selbst für den 1926 in zweifacher Ausführung gebauten Harkortwagen in Duisburg fand man lange keine rechte Verwendung, obwohl er technisch wegweisend war.
Im Gegensatz den anderen Gelenkwagen verfügte er über ein Jakobs-Drehgestell, auf dem sich zwei Fahrzeugteile, die durch ein Faltenbalg miteinander verbunden sind, abstützen. Dieses Fahrgestell ermöglicht, ja. mehr Gelenkigkeit, was sich vor allem in Kurven bemerkbar macht.

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Heckansicht eines Gelenkwagens in Düsseldorf (Bild: @stadioncheck)

1956 griff DUEWAG das Prinzip wieder auf, weil die Betriebe nach größeren Fahrzeugen verlangten. Die Rheinbahn stellte die ersten zweiteiligen Sechsachser in Betrieb und läutete eine Erfolgsgeschichte ein.
Die Einrichtungswagen bekamen das viele Jahre typische „DUEWAG-Gesicht“, das die Front des PCC-Wagens zum Vorbild hatte.

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Mit schmalerer Front werden die die Fahrzeuge bis heute noch in Würzburg eingesetzt. (Bild: @DougStamperl)

Vor allem an Rhein und Ruhr entwickelte sich die Gelenkwagen als Sechs- und Achtachser in Ein- und Einrichtungsversion zum Einheitswagen und ermöglichten die Modernisierung des Wagenparks. Auch in Städten außerhalb des Ruhrgebiets kamen sie zum Einsatz. Andere Waggonbaufirmen (vor allem in Österreich) bauten die Wagen in Lizenz oder boten Straßenbahnen an, die sehr viel Ähnlichkeit mit denen von DUEWAG hatten.

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Ein Lizenzbau von Simmering-Graz-Pauker sind die Wiener Gelenwagen, von denen heute einige noch einige im oberschlesischen Industriegebiet fahren. (Bild: @DerEmbi)

Bis 1975 wurden die klassischen Straßenbahnen gebaut.
Anfang der 1990er nahm der Bestand dieser Bahnen massiv ab. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie heute nicht mehr im Einsatz aus. Viele gelangten nach Osteuropa, wo sie zum Teil bis heute noch im Einsatz sind.

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