Impfzentrum zum Zweiten

Drei Wochen waren letzten Donnerstag seit der ersten Butterfahrt ins Impfzentrum vergangen. Es war 20 Grad wärmer und die Abläufe sind inzwischen darauf ausgerichtet, nach Erst-und Zweitimpfungen zu unterscheiden.

Dass wir dank unseres bestens vorbereiteten Chauffeurs unbeabsichtigt zu früh vor Ort waren, war kein Problem. Ein spontanes Sonnenbad auf dem Rollator vor der Halle, um den Ablauf nicht durcheinander zu bringen, war nicht notwendig. Wir durften nach Rücksprache mit einem der Ordner vor dem Zelt eine viertel Stunde vor dem via E-Mail festgelegten Termin rein.

Es wird mehr geimpft. Diesen Schluss ließ zumindest die vergleichende Beobachtung zu. Es gibt getrennt Eingänge für Erst- und Zweitimpfung. Die Schlange vor den vor der Hallen aufgebauten Zelten war weitaus langer als vor drei Wochen. Aber nicht für die Menschen, die für ihre Zweitimpfung angereist sind. Wir rauschten an der Menge vorbei und waren schon nach drei Minuten im System aufgerufen, bevor Erstzuimpfende die Halle gesehen haben.

Dass der Impfpass in den Wirren des zwischenzeitlich stattgefundenen Umzugs verschütt gegangen war, war zum Glück kein Problem. Ihn dabei zu haben, ist dennoch hilfreich: man bekommt nämlich einen schönen Aufkleber.
Da der Begleiter der Nachbarin und Autor dieser Zeilen unabhängig davon die Unterlagen zur Erstimpfung vergessen hatte, mussten wir eine kurzen Umweg für ein Formular mit Unterschrift (Allergien, Vorerkrankungen, Medikation, etc.) einlegen. Dass die Daten nicht gespeichert waren, überraschte mich. Aber wir leben in Deutschland, wo Digitalisierung immer noch schwierig ist, und der Datenschutz an unerwarteter Stelle bedeutsam wird. Es ging dennoch sehr schnell, und die Dame hinter der Scheibe, auf die ich später noch zu sprechen komme, reagierte gelassen wie freundlich.

Nach diesem kurzen Umweg setzte ein kurzer Stau ein, der uns nicht beunruhigte, aber die Ordner*innen irritierte. Scheint eher selten zu sein. Die eine oder andere leise murrende Stimme war in der Schlange, über die die A9 in der Hauptverkehrszeit nur müde lächeln kann, zu vernehmen.
Kurze Zeit später löste sich der Stau auf, und wir flutschten in den großzügig gestalteten Bereich vor den Impfkabinengängen, von denen es vier à 15 Kabinen gibt.

Da es noch nicht so viele Menschen gab, die sich auf ihre unmittelbar bevorstehende zweite Impfung freuen durften, dauerte es ein paar Minuten, bis meiner Nachbarin die Kabine zugewiesen wurde. Nachdem das Problem mit einem zerknitterten QR-Code gelöst wurde, ging es sehr schnell und die zweite Impfung in den linken Oberarm gespritzt.
Nach einer viertel Stunde im Wartebereich waren wir nach 55 Minuten – wie bei der Erstimpfung – wieder am Parkplatz.

Die Nachbarin klagte bis auf Müdigkeit, die aber auch der Aufregung geschuldet sein konnte, nicht über Nebenwirkungen.

Sich bei den haupt-, neben- und ehrenamtlichen Helferinnen zu bedanken, scheint nicht selbstverständlich zu sein. Eine MFA – die Dame, bei der wir einen Umweg für zwei Unterschriften einlegen mussten – bekam plötzlich rote Wangen, als wir uns bei ihr für die Umstände, die wir ihr dank meiner Schusseligkeit bereitet hatten, entschuldigten und bedankten. Wir trafen sie beim Rausgehen, als sie eine wohlverdiente Pause machte, noch einmal und unterhielten uns kurz.
Die im Impfzentrum Arbeitenden können nichts für das lausige Pandemie-Management vonseiten der Stadtverwaltung und der Politik. Sie geben ihr Bestes und sind dabei noch geduldig und freundlich.

Wenngleich aus nachvollziehbaren Gründen Viele mit dem Auto zum Impfen fahren oder gefahren werden, macht der Impfexpress 99 einen sehr gut gefüllten Eindruck. Vielleicht ist es sinnvoll, diese Linie auf 5 Minuten zu verdichten, damit sich die zu Impfenden nicht vorher noch im vollen Bus anstecken.

In der Zwischenzeit warte ich auf meinen Impftermin.

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