Eingleisung

Zu den größeren Störungen bei der MVG gehören Entgleisungen von Trambahnen. Für die in der Bahn sitzenden Fahrgäste sind sie harmlos, weil sie in der Regel bei geringer Geschwindigkeit passieren; gerne beim Losfahren von einer Haltestelle.
So auch am Montag, als ein dreiteiliges Fahrzeug der Linie 16 am Effnerplatz zu zwei Teilen links in die Schleife abbog, während der der dritte Teil die richtige Richtung nahm. Die Rückfallweiche stellte sich zu spät. Sie ist derzeit notwendig ist, damit während der Hauptverkehrszeit die Verstärker zwischen Effnerplatz und St. Emmeram verkehren können; zum Wenden fahren die Züge rückwärts durch die Schleife, weil sie regulär nur vom Herkomerplatz aus befahren werden kann.

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Bis die Eingleisung beginnt, vergeht einige Zeit. Die Berufsfeuerwehr, unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr, rückt mit großem Besteck an. Am Schluss stehen rund zehn Fahrzeuge einsatzbereit am Effnerplatz. Die Profis machen sich dann mit Werkstattmitarbeitern der MVG ein Bild von der Lage. Die stellte sich als komplex dar, weil 2108 mit allen drei Fahrgestellen entgleist war. Viele Menschen gehen mehrmals um das Fahrzeug, bücken sich an mehreren Stellern, um zu begutachten, wie diffizil das Unterfangen sein wird. Es wird telefoniert, eingeschätzt.

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Zwischenzeitlich wird aus Sicherheitsgründen der Strom in er Fahrleitung abgestellt; die hinter dem entgleisten Zug wartenden Bahnen rangieren rückwärts Richtung Herkomerpatz, um dort nicht im Weg zu stehen. Denn der Platz wird für das schwere Gefährt der Feuerwehr benötigt. Der Verkehrsmeister kümmert sich darum, dass die Fahrer, die schon Dienstschluss haben in den wohlverdienten und verspäteten Feierabend gehen können; die Ablöse wird zum Effnerplatz beordert.

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Nach intensiver Beratung wird beschlossen, den Havaristen aus der Schleife in die Gerade zurückzuziehen.

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Klappt im ersten Anlauf nicht. Zweites schweres Gefährt muss her!

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Mit dem Zweiten zieht man besser.

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In die richtige Position ist 2108 gebracht worden. Eingegleist ist er noch nicht. Es ist inzwischen 19.15 Uhr.

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Gruppenbild vor Mae West.

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Nun geht es auf den Wagenheber, um die Vorderachse richtig ins Gleis zu bringen.
Gegen 20 Uhr steht der Wagen wieder (ich musste leider kurz nach halb zum Einkaufen.

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Der Rasen hat ein wenig gelitten.

So war der ÖPNV-Freak, der eigentlich nur das Rückwärtswenden am Effnerplatz beobachten wollte, für über zwei Stunden beschäftigt.

Bericht der Branddirektion

CityRing 58/68

MAN UGM 890 M 16 A (Bj. 1965) des Omnibusclub München am Hauptbahnhof, dem Beginn und Endpunkt des CityRing

Ging die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) signifikanten Angebotsverbesserungen aus Kostengründen lange aus dem Weg, fand vor etwa drei Jahren ein Umdenken statt. Auch ist der Stadtrat inzwischen bereit, Kosten für die Ausweitung des Angebots großzügiger zu tragen, die Bayerische Staatsregierung beteiligt sich inzwischen auch daran. So unterstützt sie den CityRing (und andere noch zu schaffende Tangentialverbindungen wie X50 und X80) mit über vier Millionen Euro in den nächsten vier Jahren. Das ermöglicht der MVG, den CityRing – entgegen der ursprünglichen Planungen – ganztags auf dem Niveau einer MetroBus-Linie anzubieten: das bedeutet, dass er jeden Tag bis 22 Uhr alle zehn Minuten, bis 1 Uhr im 20-Minuten-Takt fährt.
Gestern wurde der CityRing, der von den Linien 58 und 68 befahren wird, eröffnet.
Die Einweihung der Ringlinie wurde gestern in größerem Rahmen begangen. Aus gutem Grund.

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MB O 317 G der Stuttgarter Historische Straßenbahnen vor der prächtigen Kulisse am Königsplatz

Stetig steigende Fahrgastzahlen, eine quasi überlastete U-Bahn und nicht zuletzt die schlechten Luftwerte erfordern schnell zu einrichtende Alternativen. Der CityRing, der die Viertel und wichtigen Punkte abseits der Altstadt miteinander verbindet, stellt eine wichtige Tangente im monozentrisch ausgerichteten Liniennetz dar. Im Vorfeld startete die MVG eine Werbekampagne („Quer gedacht. Mehr gelacht.“) für umsteigefreie Direktverbindungen; der CityRing wird mit Plakaten und Medieninformationen begleitet, wie man es sonst nur U-Bahn-Eröffnungen kennt (die es auf absehbare Zeit nicht geben wird).
Die MVG hat also wirklich ein großes Interesse, dass die Linien 58 und 68 genutzt werden.

Oldtimer unter sich in der Luisenstraße

Sie ließ sich nicht lumpen und bot ein schönes Rahmenprogramm, das aus historischen Bussen, die parallel zu den regulären im Takt zwischen Hauptbahnhof und Herkomerplatz eingesetzt wurden, bestand. Der Omnisbusclub München nutzte seine guten Kontakte zu anderen Vereinen, so dass nicht nur einst in München verkehrende Busse gefahren sind, sondern auch Fahrzeuge aus anderen Städten.

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Das Auwärter-Museum war mit einem Reisebus vertreten.

Recht viel mehr muss man nicht bieten. Die Fahrgäste waren größtenteils begeistert, bei Sommerwetter in nostalgischen Gefühlen zu schwelgen. Die Route über das Kunstareal in der Maxvorstadt, Schwabing, Englischer Garten und Bogenhausen bot auch den zahlreichen Photographen schöne Motive, die man nicht jeden Tag vor die Linse bekommt.

MB O 305 G der SHB am Siegestor

Dem CityRing sind viele Fahrgäste zu wünschen; er hat jedoch einige Hürden zu überwinden, für die die MVG nichts kann. Bis auf wenige Abschnitte schwimmt er im Motorisierten Individualverkehr mit. Das bedeutet, dass er bei noch immer steigenden PKW-Zulassungszahlen speziell in der Hauptverkehrszeit viel im Stau stehen wird. Führe die Ringlinie komplett auf eigenen Trassen, würde der Zehn-Minuten-Takt sehr schnell nicht ausreichen. Ein Problem, dass auch die vor über drei Jahren eingerichtete Linie X30 hat, die vor allem auf dem Abschnitt Tegernseer Landstraße – Harras mehr im Stau steht, anstatt eine Expresslinie zu sein. Deshalb wurde der dichte Takt zum letzten Fahrplanwechsel ausgedünnt.

Wie einst 1988: MAN SL200 des OCM im Englischen Garten

Hier ist der Stadtrat gefordert, den Weg für von der MVG vorgeschlagene Busspuren endlich freizumachen – auch über wahrscheinliche Bedenken aus der Verwaltung hinweg! Mittelfristig darf man sich nicht alleine auf den zeitlich langfristigen Ausbau der U-Bahn verlassen, sondern es müssen neben der beschlossenen Tram-Westtangente und der im Planungsstadium befindlichen Nordtangente weitere Strecken gebaut werden. Der CityRing könnte so eine sein.
München ist entgegen seiner Lippenbekenntnisse immer noch eine autogerechte Stadt. Andere Städte in Europa sind in der Hinsicht schon wesentlich weiter, während hier mit grüner Zustimmung noch ein Tunnel gebaut wird.

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Historisch überland in der Stadt: MB O 307

Und die Fans des schienengebundenen Nahverkehrs würden sich sehr freuen, wenn die alten Trambahnen nicht nur im MVG-Museum gezeigt werden, sondern auch regelmäßig eingesetzt werden. Ein Linienverkehr an den Öffnungstagen, wie es ihn in anderen Städten gibt, zwischen Max-Weber-Platz und Schwanseestraße mit historischen Fahrzeugen wäre eine feine Sache. Aber solange eine Ampelschaltung in der Chiemgaustraße (Mittlerer Ring!) an rund 25 Sonntagen ein Problem darstellt, und die Aufsichtsbehörde den Einsatz alter Bahnen als Gefahr für Leib und Leben ansieht, wird es bei diesen Träumen bleiben.
Fahrende historische Fahrzeuge sind auch eine Visitenkarte für den ÖPNV!

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MAN 750 HO M 11 A des OCM auf dem Weg durch den Boulevard Leopold

Am Schluss bleibt der Dank an die MVG, den OCM und die anderen beteiligten Vereine für die gelungene Eröffnungsfeier einer Buslinie.

Links:
CityRing 58/68 der MVG
Tramreport über die Eröffnung des CityRing
Omnibusclub München e.V.
Stuttgarter Historische Straßenbahnen e.V.

#IMT18 (3): #Museumstandem

Mein Museumstag: 1. Teil, 2. Teil

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bis vergangenen Sonntag nicht im Jüdischen Museum war. Als Eintritte kein Problem waren, hatte ich andere Dinge im Kopf, jetzt fehlt mir das Geld, um die mannigfaltige Museumslandschaft der Stadt zu genießen. Sei‘s drum. Ich habe diese Bildungslücke endlich geschlossen.

Es ist in meinen Augen das größte Verdienst des Alt-Oberbürgermeisters Christian Ude, dem Wunsch der Israelitischen Kultusgemeinde, sich St.-Jakobs-Platz, der zuvor nur eine greislige Steinwüste war, ansiedeln zu dürfen, nachzukommen.

Alleine die Dauerausstellung, die jüdisches Leben in München und Bayern dokumentiert, ist sehr lehrreich, wird doch aufgezeigt, wie alt Antisemitismus ist.

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Die Sonderausstellung „A Muslim, a Christian an a Jew“ von Eran Shakine spielt sehr schön mit den gängigen Klischees über die Religionen.

Auf meinem Zettel stand optional noch das Alpine Museum, das ich auch noch nicht kenne. Allerdings wollte ich den Tag nicht eine Museumsrallye ausarten lassen.
So blieb es bei dem etwas unfreiwilligen Museumstandem.

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Auf dem Heimweg tobte sich das Gewitter noch ein wenig aus.

Links:
Jüdisches Museum
Internationaler Museumstag
#museumstandem auf Instagram

#IMT18 (2): Solln

1. Teil

Als ich auf der Website des Museumstags nach Museen suchte, die für mich in Frage kämen, entdeckte ich das Archiv Geiger. Ich wusste bis dato nicht, dass es das gibt. Rupprecht Geigers Werke sind in der Stadt recht präsent. Ich fuhr deshalb mit der U-Bahn extra bis Machtlfinger Straße; den Bahnhof hat Geiger gestaltet (siehe Titelbild).

Das Archiv Geiger, das einst sein Atelier war, liegt sehr abgelegen in Solln, was so oder so einen kleinen Spaziergang voraussetzt, weil die nächst gelegene Bushaltestelle zehn Minuten entfernt ist.
Von Obersendling aus dorthin zu laufen, ist auch kein Problem; es dauert nur ein wenig länger. In meinem Fall anderthalb Stunden, weil ich keine Hektik hatte und mich durch kleine Straßen zwischen Obersendling und Solln treiben ließ.

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Alleine das ehemalige Siemens-Areal, das gerade umgestaltet wird, lohnt schon einen kleinen Ausflug, wenn man sich nicht nur auf die typischen, schönen Motive Münchens kapriziert. (Hallo #StadtLandBild!)
Reihen- und Einfamilienhaussiedlungen sind hingegen nicht so mein Fall, weshalb sich der Weg ein wenig hinzog.

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Nähert man sich endlich dem Archiv Geiger, wird es schon idyllisch, obwohl Plattlinger Straße so gar nicht danach klingt.

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Man darf sich auch nicht von dem Schrottplatz irritieren lassen, der sich im Grün plötzlich auftut.

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Nachgerade romantisch wird es ungefähr zweihundert Meter vor dem Ausflusgziel: eine Pferdekoppel am Vogelanger! Man wähnt sich nicht in der Großstadt, sondern auf dem Dorf. Man muss nicht Charlotte Roche heißen, um das schön zu finden. Im Gegensatz zum Dorf hat man allerdings die Möglichkeit, tagsüber alle zehn Minuten, abends alle 20 Minuten und sogar nachts mindestens stündlich mit dem Bus wieder gen Stadt zu fahren.

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Beim Archiv Geiger endlich angekommen war ich auch nicht enttäuscht, dass es entgegen veröffentlichter Ankündigungen nicht geöffnet hatte. Nächstes Jahr beteiligt es sich wieder am Internationalen Museumstag.

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Auf dem Rückweg verweilte ich einem Moment am Sollner Weiher, bevor ich mich dem aufziehenden Gewitter entzog und das nächste Museum ansteuerte.
Fortsetzung folgt.

Links:
Archiv Geiger
Übersichtskarte der öffentlich zugänglichen Kunstwerke von Rupprecht Geiger

Rückblick 2016: Hamburg

Entgegen des eigenen Gegenwartsgefühls bin ich heuer doch ein wenig aus München herausgekommen. Dank der Einladung von @TantePolly und der Gastfreundschaft von @fschmidt77 war ich nach über 20 Jahren wieder einmal nach Hamburg.

Ich habe die vier Tage dort sehr genossen. Sie boten mir einerseits Gesellschaft und endlich Bekanntschaften mit lieb gewonnenen Menschen, mit denen ich schon länger auf Twitter spreche, in realiter, aber auch die nötige Ruhe, mir die Stadt auf eigene Faust wieder zu erschließen. Die Stadt muss ich nicht eigens vorstellen; da kann ich auch gleich Wasser in die Elbe oder Alster schütten. Dennoch möchte ich einige Bilder kommentierend zum Besten geben.

Wasser gibt‘s in Hamburg zuhauf. So dauert es nicht lange, bis an einem Kanal gelangt. Auf dem Eilbekkanal scheint man auch zu wohnen. Vielleicht würde mehr Wasser das Münchner Wohnungsproblem lindern…

Es war ein sehr feuchter Karfreitag, der mich zu den Landungsbrücken trieb. Für Hamburger normal für mich ungewohnt, musste ich doch alle naselang mein Objektiv reinigen. Für das erste U3-Photo hat‘s aber noch gereicht.

Danach stellte ich fest: Hamburg hat sich verändert.
Oben…

…und unten.

Da ich auf Baustellen aller Art stehe, zog es mich zur U-Bahnverlängerung bis zu den Elbbrücken hin.

Später begab ich mich zum Dom. War super! Vor allem waren dort keine Menschen und ich konnte alles in Ruhe anschauen.

Als ich dieses einmalige Erlebnis durch hatte, ging‘s wieder zu den Landungsbrücken. Als alter Tourimainstreamochse musste ich natürlich durch den Elbtunnel gehen. Da es mein dritter Hamburg-Besuch war, war es natürlich mein dritter Gang durch ihn.

Überhaupt: Hafen! Wasser! Kräne!
Ich mag meine Heimatstadt München sehr gerne. Aber Schifffahrt bietet sie mir nicht.

Einen Tag später – ich hatte inzwischen @nedfuller, seine Mutter und ihre hervorragende Kartoffelsuppe kennengelernt und ihm ein wenig beim Umziehen geholfen – freakte ich ein wenig rum.
Und es fiel noch ein Touribild ab.

Gegen Abend dann nochmal Baustelle.

Und Symmetrie! (Ich bin Jungfrau.)

Am Ostersonntag suchte ich die Doppelgelenkbusse auf der Linie 5 auf. Sie waren auch ein Ziel meiner Reise.

Nachdem ich die abgearbeitet hatte, fuhr ich zum Schlump. Toller Name, toller U-Bahnhof!


Vor Einbruch der Dunkelheit schlenderte ich noch ein wenig am Hafen entlang und durch die Speicherstadt.


Es war wunderschön! Ich danke allen, die das möglich gemacht haben.
Ich komme wieder, wenn ich darf.

Alle Bilder gibt’s hier, Freakkram dort

Neujahrsnacht 2016

Unaufgeregt aufgeregt unaufgregt

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Dieser Jahreswechsel versprach, ähnlich langweilig unspektakulär zu verlaufen wie in den vergangenen Jahren zuvor. Daheim, in Ruhe und so.
Mit meinem temporären Mitbewohner verbrachte ich einen trotz der Sorge um seinen Vater, den Hein, einen entspannten Abend, der so weit führte, dass ich mich sogar endgültig mit Willy Astor versöhnte. Wie es dazu kam, ist eine Geschichte, die hier gerade nicht reinpasst; aber vielleicht merke ich sie mir und gebe sie ein andermal zum Besten.

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Ist man so ohne Internet (im #2tHaushalt gibt es so etwas nicht, und ich wollte am letzten Tag des Jahres zwei Texte veröffentlichen, bin aber an zwei scheinbaren Free W-LAN-Stellen gescheitert – Technologiestandort Deutschland!), ist meinereiner überrascht, wenn ein mehreckiges Laufband über den (immerhin schon) Flachbildschirm läuft, dass auf einen Terroralarm in der Stadt hinweist.

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Da das Unterhaltungsprogramm nicht abgebrochen wurde, und „nur“ der Haupt- und der Pasinger Bahnhof geräumt wurden, verhielten wir uns dem Programm angemessen und amüsierten uns prächtig. Die Aufzeichnung wurde zweimal unterbrochen, als ein junger Mann, der den Eindruck erweckte, den Nachtdienst auf dem Account @BR24 zu bestreiten, die undankbare Aufgabe hatte, zusätzlich noch eine „Rundschau“-Sonderausgabe zu moderieren, in der nicht mehr tun konnte, als die Meldung auf dem Laufband in mehr als 140 Zeichen darzustellen. Das ist kein Spott, denn er tat uns leid, weil er einen verdammten Job verrichten musste, warten musste, bis ein „Wichtiger“ ihn ablöste, und sein Name nicht angezeigt wurde.
Dazwischen gab Gerhard Polt bei Willy Astor einen Nazi-Opa.
Kurz danach traten Andreas Bachmann (im Studio), und Oliver Bendixen auf den Plan und erläuterten die diffuse Lage, bevor Joachim Herrmann herrlich derangiert und fast schon sympathisch seine Erkenntnisse darlegte.

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Danach wagten wir uns raus. Dabei entstanden diese Bilder.

Spätestens an dieser Stelle gebührt ein Dank an die Damen und Herren, die den Twitteraccount @PolizeiMuenchen betreuen und pflegen. Sie versuchen den Ernst der Lage zu vermitteln, ohne Panik zu verbreiten, und verbreiten ihre Informationen noch mehrsprachig.
Für mich ist die Polizei Feindbild, und ich bin es für sie.

Jahresrückblicksfragebogen 2014

Zugenommen oder abgenommen?
Man sagt mir, ich habe abgenommen.

Haare länger oder kürzer?
Da ich dieses Jahr nicht beim Friseur war, wohl länger.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Die Gleitsichtgläser konnte ich ein weiteres Jahr aufschieben.

   

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr. Das war keine Kunst.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr, alleine schon für Essen.

Mehr bewegt oder weniger?
Keine Ahnung. Im Kindergarten bewegt man sich ständig, aber man kommt nicht vom Fleck.

   

Der hirnrissigste Plan?
Keiner. Ich hatte keine Zeit dafür.

Die gefährlichste Unternehmung?
Ein Sprung vom Sofa, der zu #beniskus führte.

Der beste Sex?
Liegt elf Monate zurück.

Die teuerste Anschaffung?
Ein Laptop.

Das leckerste Essen?
Anfang des Jahres im Chopan. Das war Orgasmus für den Gaumen!
Das Essen im Elternhaus des Ex-Kollegen war auch ein Genuss.

   

Das beeindruckendste Buch?
Beeindruckend ist so staatstragend.
Ich habe mich bei „Bring mich zum Rasen“ von Stefanie Fiebrig prächtig amüsiert.
Endlich ein Fußballbuch von einer Frau – und köstlich geschrieben!

Der berührendste Film?
Ich war tatsächlich einmal im Kino, bei der Premiere von „Landauer – der Film“. Berührend ob der Darstellung Landauers durch Sepp Bierbichler, aber nicht die große Filmkunst.

Das beste Lied?
Gab es außer „Atemlos“ und „Ein Hoch auf uns“ andere, vielleicht sogar hörenswerte Lieder?

Das schönste Konzert?
Es gab keines, in das ich unbedingt hätte gehen wollen.

   

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Mit den Kolleg*innen, den Kindern und mir.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
Wohl die, die ich mit der Twitteria verbringen durfte. Die Stunden in Köln, Duisburg, Bremen und Berlin waren sehr angenehm. Viel zu kurz war die Zeit, die ich mit Heinz Kamke verbrachte.
Nicht missen möchte das Wochenende mit dem Ex-Kollegen bei seinen Eltern in Oberfrranggen.

Vorherrschendes Gefühl 2014?
Aufwärts. (Das ist kein Gefühl, ich weiß.)

   

2014 zum ersten Mal getan?
Ein Handballturnier (Sauerlandcup) besucht, ein Auswärtsspiel des FC Bayern besucht (Aufstiegsspiel der Amateure bei Fortuna Köln), River Rafting auf der Isar mit den damaligen Zweitklässlerinnen, in Bremen und Halle/Saale gewesen.

2014 nach langer Zeit wieder getan?
Im erlernten Beruf gegen Bezahlung gearbeitet.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
#beniskus.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Die Kinder bitten aufzuräumen. *muahaha*

   

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Zeit, vermute ich.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Das eine oder andere kleine Geschenk, das unerwartet und ohne besonderen Anlass bei mir eintrudelte.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Be, Suhe!“
(Ich war gerade ein oder zwei Wochen im Kindergarten, als die damals noch nicht Zweijährige M. rausgehen wollte, sich in der Garderobe aufbaute, mir ihre Schuhe hinhielt und diesen Satz sagte. Zum Dahinschmelzen!)

   

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Romantik war kein Jahresschwerpunkt.

2014 war mit einem Wort …?
Schon!

2015 wird …?
…kommen.

Quelle: Internet

Ein Traum in Beton

Wer auf schöne Städte steht, so mit richtiger Altstadt, Museen, die aus aus Film, Funk, Fernsehen und Internet bekannt sind, Seen oder Flüssen für die Naherholung und so, sollte nicht nach Ludwigshafen reisen.
Ludwigshafen am Rhein, nicht am Bodensee, damit keine Irritationen aufkommen.

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Für Stadtneurotiker wie mich wurde es Zeit, diese Stadt endlich einmal etwas ausführlicher zu besuchen. Sam (Blog/Twitter) begleitete mich im Rahmen von unser Deutschlandpasstour #sbdlp14.

Ludwigshafen Hauptbahnhof

Es beginnt am Hauptbahnhof, der tagsüber so belebt ist wie eine Kirche am Montag Mittag (wenn nicht gerade eine Trauerfeier stattfindet). 1969 eigens ver- und als Dreieck neu angelegt, möchte man dort nicht alleine sein, ist es aber, weil sich dort sonst kein Mensch aufhält.

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Fernzüge halten dort kaum welche, und der S- und Regionalbahnhof „LU-Mitte“ hat inzwischen mehr Fahrgäste als der Hauptbahnhof, der abseits des Zentrums liegt.
Selbst die untertunnelte Straßenbahn führt dem Bahnhof kaum Fahrgäste zu, so daß ein Teil des Tunnels vor einigen Jahren für den Linienbetrieb stillgelegt wurde.

Fahrgastansturm

Die anfangs uneine CDU überließ es 1959 der SPD, den ersten Beton für das „Projekt Visitenkarte“ der im Zweiten Weltkrieg nahezu vollkommen zerstörten Innenstadt anzurühren. Ein Jahr später, Dr. Helmut Kohl war inzwischen Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, wollte die CDU die Modernisierungsambitionen nicht alleine den Sozen überlassen.

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Straßen nach amerikanischem Vorbild sollten die Innenstadt über- und umfahren. Straßen, die nach Mannheim führten, dessen Wurmfortsatz man bis Mitte des 19. Jahrhunderts war, bevor Bayern dem Hafen den Namen Ludwig gab und ihn zur Stadt erhob.

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Herausgekommen ist ein Traum in Beton, auf den man ziemlich stolz war. „Die kesse LU“ bediente bis dahin unbekannte Fetische.

 
Rund um das neu erbaute Rathaus, das einen Gegenpol zum BASF-Hochaus bilden sollte, entstand ein für deutsche Verhältnisse gigantisches Straßennetz. Dazwischen wurden noch ein paar Straßenbahnstrecken untergebracht.

Rathauscenter & Lampe

Sonderlich befahren sind die Straßen nicht (mehr?). Mit wenig Geld könnte man Ludwigshafen zur fahrradfreundlichsten Stadt, wenn eine Spur pro Fahrtrichtung für sie reservieren würde. Es fiele niemandem auf.

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Fasst man sich ein Herz und überquert einer dieser Stadtautobahnen, gelangt man tatsächlich in die Innenstadt. Und dort wird Ludwigshafen ziemlich langweilig.
Okay, eine vollkommen überdachte Haltestelle im Zentrum hat auch nicht jede Stadt.

Kurvenlage

Irgendwann gelangt man wieder an den Hauptbahnhof, und viele können verstehen, warum es selbst Busse unheimlich eilig haben.
Ich fand’s klasse!

[Ludwigshafen als Album (ohne Oggersheim und BASF)]

Fiebat lux!

Unbenannt

Bis zum vergangenen Wochenende konnte ich mir nicht vorstellen, hier einen Ausflugstipp im Sauerland zu veröffentlichen werde. „In Menden aufgewachsen und in Iserlohn rumgetrieben“ – so stellte sich mir das Eck bislang dar.
Doch es gibt tatsächlich Sehenswertes, wenn auch nur temporär.

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Im Sauerlandpark zu Hemer ist noch bis 19. Januar der wunderbare Lichtgarten zu bewundern. Auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau bietet sich nach Einbruch der Dunkelheit ein wunderbares Spektakel an Farben und Formen im Zusammenspiel mit der Natur. Einziger Wermutstropfen ist, daß man den Jübergturm nicht besteigen kann.
Trotzdem sind die sechs (ermäßigt drei) Euro gut angelegt. Sogar die Toiletten bieten spezielle Lichteffekte.

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Album Lichtgarten | Website Lichtgarten