Fußballfragebogen: #MiaSanQuattro!

Dein Verein heißt:
Immer noch FC Bayern München

Wie lautet das offizielle Saisonziel, sofern es bekannt ist?
Aufstieg. Ach so, das gilt ja für die Amateure.
Ich habe noch nix gehört oder nicht aufgepasst, aber ich vermute mal Meisterschaft, weil das laut Rolex-Kalle „der ehrlichste Titel“ ist.

Wie lautet DEIN Saisonziel für deinen Verein?
Tatsächlich Aufstieg der Amateure, damit der Schritt in die Bundesliga für Nachwuchsspieler kleiner wird.
Darüber hinaus: Meisterschaft, Paulaner Cup und keine Verletzte.

Welchen Spieler hätte deine Mannschaft in der Pause lieber nicht abgegeben?
So weh der Abschied Bastian Schweinsteigers tut: er war richtig. Ihm bleibt eine Diskussion über seinen Vertrag und Spiele auf der Bank erspart.
Pepe Reina hätte ich gerne noch bei uns gesehen, aber der will eben noch spielen und nicht nur sitzen.

Welchen Spieler hätte deine Mannschaft besser verkaufen sollen?
Keinen. Für einen verletzten Spieler wie Jan Kirchhoff gibt es eben keinen Markt.

Wen hätte deine Mannschaft diese Saison lieber NICHT gekauft?
Sven Ulreich ist jetzt nicht so der Brüller. Aber als Platzhalter für Manuel Neuer bekommst Du eben nur Durchschnitt.

Wer von den neuen Spielern wird deiner Mannschaft am besten helfen?
Wie ich vorhin schrieb: Arturo Vidal kann der Königstransfer für den ganz großen Wurf sein.

Wie wirst du in dieser Saison deine Mannschaft unterstützen?
Im Stadion singend, ansonsten sitzend und trinkend.

Wie findest du das neue Trikot Deiner Mannschaft?
Eher so meh. Die beiden Rottöne beißen sich.

Welcher Stürmer wird die Torjägerkanone holen?
Henrikh Mkhitaryan. Vielleicht kann ich seinen Namen nach der Saison schreiben, ohne eine Suchmaschine zu bemühen.

Welcher Trainer wird als erstes gefeuert?
Das ist der Elfmeter unter diesen Fragen: Michael Frontzeck.

Welche Mannschaft wird das erste Tor der Saison schießen?
Der HSV, ein Eigentor.

Welche Mannschaften SOLLTEN absteigen?
Puh, sollten… Aber was Hannover 96 und Hertha BSC veranstalten, erschließt sich mir nicht. Hertha wird Tabellenletzter und geht mit Darmstadt 98 in die 2. Liga. H96 muss in die Relegation.

Welche Mannschaft wird Meister?
#MiaSanQuattro! (Tschulligung.)

Wenn du nicht im Stadion bist, wo wirst du die Spiele sehen?
Beim Ali mit Sam, Raul und den anderen jungen Burschen, die sich im Gegensatz zu mir noch grazil über den grünen Rasen bewegen und um die vollen Tische schwanzeln können wie Frank Ribéry.

Wie sehr vermisst du die Bundesliga auf einer Skala von 1 bis 10 – wobei bei 1 so ziemlich keine Träne nach der Bundesliga verdrückt wird und 10 quasi bedeutet, dass du ernste Entzugserscheinungen hast?
11. Wird Zeit. Aber sowas von! Die drei Monate waren zu lang!

[2013]

Zwischen Titeln und Spekulationen: Es wird hart!

Es ärgert mich bis heute, im Abgang meiner zahlreichen Kneipenaufenthalte in jungen Jahren bei den annähernd zahlreichen Besuchen der Keramikabteilungen einmal zu wenig in den Kasten, in denen Postkarten aus der ehrfürchtig klingenden Produktion „Edgar“ auf aufgeschlossene Notdürftige warteten, einmal zu wenig zugegriffen zu haben. Ein Motiv zeigte auf einem Schwarz-Weiß-Bild einen jungen Mann, der damals in meinem Alter gewesen sein dürfte, auf einer Toilette. Er hielt die für so eine Lokalität typische Rolle in der Hand und wirkte ansonsten auch nicht glücklich. Auf der Karte stand: „Es wird hart.“
Dieses Gefühl habe ich beim Blick auf die Saison auch. Es drückt mich seit Tagen etwas, das jetzt raus muss.

Vielleicht war die Sommerpause zu lang, und wirklich viel passiert ist nicht. Schalke 04 hat Entscheidungen getroffen, die selbst im kritischen Umfeld überwiegend positiv aufgenommen wurden – die medizinischen Untersuchungen fanden bei anderen Vereinen satt. Der SC Freiburg hat als Absteiger rund 25 Millionen Euro eingenommen, ohne auch nur einen Spieler überteuert nach England abgegeben zu haben (etwas, das mir zu wenig Würdigung erfährt). Sogar der HSV verhielt sich nach seinem Klassenerhalt in letzter Sekunde bis vor dem Pokalspiel unauffällig!
Es drängte sich in den letzten Wochen der Verdacht auf, dass scheinbare Baustellen und somit Themen gefunden werden mussten, um irgendwie im Geschäft zu bleiben. Dass sich der FC Bayern dafür anbietet, ist so nachvollziehbar wie ermüdend.
Bis auf die unsägliche Chinareise, auf der Mannschaft und Begleiter alles außer Unterdrückten zu sehen bekamen, gab der Verein ein positives Bild ab. Das mag daran liegen, dass Karl-Heinz Rummenigge zu wenigen Dingen Stellung bezogen hat. Selbst der Abschied Bastian Schweinsteigers ging relativ geräuschlos über die Bühne. Die Transfers wurden im Hintergrund so gut vorbereitet, dass sie erst öffentlich wurden, als sie quasi schon in trockenen Tüchern waren. Besoffen mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Geiselgasteigstraße fuhr auch niemand.
Eigentlich eine ruhige Sommerpause!

Irgendwann fiel Einigen ein, dass der Trainer nur noch ein Jahr Vertrag hat. EIN JAHR! Und gewonnen hat der vor zwei Jahren wie ein Messias gefeierte Katalane in den vergangenen zwei Jahren eigentlich auch nix. Zwei nationale Titel im ersten Jahr, nur noch einen im zweiten Jahr. Es ist also abzusehen, was im dritten Jahr unter der Lame Duck gewonnen wird: Nix!
„Pep unter Druck“ schlagzeilte also ein Blatt vor dem Supercup. Das ist einer der drei vom deutschen Fußball ausgelobten Titel, dessen Bedeutung sich knapp über der des Paulanercups bewegt.
Okay, das Spiel ging verloren. Und jetzt haben wir eine Krise? Nach einem Spiel, in dem LarsNicklas Bendtner, ich wiederhole, LarsNicklas Bendtner den letzten Elfer schießen durfte? Really? (Okay, Elfer sollte die Mannschaft mal üben. Auf welchem Rasen auch immer. Rutschig kann es überall sein.) Die Pressekonferenz ein paar Tage später war recht ungemütlich und Guardiola erstmals sichtlich genervt. Die Personalie Götze, befeuert durch ein seltsam anmutendes Management, garniert mit fragwürdigen oder aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten – so genau lässt sich das nicht nachvollziehen – trug auch nicht zu besserer Laune bei.

Bei dem Aufwärmprogramm namens Audicup wurde im übertragenden Fernsehen eine Stimmung verbreitet, als stünde der FC Bayern vor dem Abstieg. Als die Mannschaft einen ziemlich derangierten AC Mailand mit 3:0 besiegte, war man andernorts schon wieder in Höchststimmung und schwadronierte von „totaler Dominanz“. Im Fernsehen war man tags drauf zum Finale immer noch in Trauerstimmung. Klar, die Zweitverwertungsrechte für die 2. Liga am Freitag und Sonntag hat Sport1. Die Mannschaft gewann dann doch irgendwie (kurz vor dem Elfmeterschießen!) 1:0 gegen Real Madrid. Und Mario Götze spielte recht gut.

In der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel hatte dann Matthias Sammer einen recht guten Auftritt. Bei ihm weiß man ja nie, ob er weiß, was er am Satzende sagen wird. Diesmal wusste er es offenbar und heizte den Fragenden ordentlich ein.
Das Pokalspiel selbst? Ein 3:1 bei einem Fünftligisten. Das ist nicht berauschend, aber es reicht. Für die SZ war das Spiel eine „Enttäuschung“. Weil die badischen Bauernfünferl nicht bei 45 Grad zweistellig aus dem Stadion geschossen wurden? Das ist lächerlich.
Dazu kommt, dass die Mannschaft immer noch nicht komplett ist. Arjen Robben wurde zwischenzeitlich für eine Woche aus dem Mannschaftstraining genommen, bei Franck Ribéry, Javier Martínez und Holger Badstuber ist noch nicht absehbar, wie lange sie noch ausfallen werden. Die neuen Douglas Costa und Arturo Vidal kamen erst im Laufe der Vorbereitung.

Es wurde sehr viel Unruhe verbreitet, und es ist nicht absehbar, dass sich das legen wird. Man muss befürchten, dass fröhlich weiter gebohrt wird, wenn die Mannschaft nach fünf Spieltagen nicht mindestens zehn Punkte Vorsprung auf den Zweiten hat.
Sollte dies wider Erwarten doch der Fall sein, wird man über unzufriedene Spieler berichten, weil der Trainer diesen zu großen Kader „schlecht moderiert“.

Dabei bin ich recht optimistisch gestimmt und freue mich auf die neue Saison.
Ich den Eindruck habe, dass die Verantwortlichen die richtigen Personalentscheidungen getroffen haben. Douglas Costa – dass in München ein Costa spielt, der kein Grieche ist, ist für mich noch gewöhnungsbedürftig – macht nach den ersten Spielen den Eindruck, der Mannschaft offensiv neue Impulse geben zu können. Da nicht absehbar ist, wie lange Ribéry noch ausfallen wird, scheint das Geld in ihn sehr gut investiert zu sein. Arturo Vidal kann wie vor drei Jahren Martínez so etwas wie der Königstransfer für den ganz großen Wurf sein.
Der Mannschaft dürfte das Gerede um den Trainer relativ egal sein. Mit Lahm, Robben und Ribéry gibt es Spieler, für die es womöglich die letzte Gelegenheit ist, den Europapokal noch einmal zu gewinnen. Flankiert werden sie von neuen und jüngeren Spielern, die die Krönung noch nicht erlebt haben. Und Thomas Müller will eh immer spielen und gewinnen. Die Mischung macht einen stimmigen Eindruck. Ob es reicht, ist nicht zu prognostizieren. Die letzte Saison hat gezeigt, wie unmöglich es ist, Titel in Pokalwettbewerben zu planen.
Daher wünsche ich mir vor allem möglichst wenig Verletzte. Wenn es Pep Guardiola gelingt, junge Spieler wie Joshua Kimmich und Pierre-Emile Højbjerg einzubauen und den sich spätestens mit Schweinsteigers Wechsel begonnen Umbruch einzuleiten, wäre ich auch sehr glücklich.

Sollte die Mannschaft schwer in die Gänge kommen, wird es hart. Aber mit dem HSV stellt sich am 1. Spieltag ein Gegner mit einer tatsächlich unruhigeren Woche als der FCB vor, der der Mannschaft liegt. Dann kann es flutschen wie vor drei Jahren, als Mario Mandžukić wie ein chemischer Rohreiniger auf europäischen Spielfeldern aufräumte.

Ich habe keine Ahnung, wie diese Saison ausgehen wird. Zwischen Nix (also Platz 3 auf den letzten Drücker), Etablierung junger Hasen wie Kimmich, einem Titel, der Torjägerkrone für Lewandowski, drei Titeln und der geordneten Übergabe einer intakten Mannschaft für Jürgen Klopp, Lucien Favre oder Markus Weinzierl ist alles drin.
Wird es ganz schlimm verstecke ich mich wie der junge Mann auf dem Klo und halte die Rolle ganz fest.

—–

Bei Breitnigge und Miasanrot wird auch nach vorne geschaut.

Freitagsgeburtstagspieltagsfeier

FC Bayern München – 1. FC Köln & 115. Geburtstag

Das Saatkorn, das wir gesät haben, ist herrlich aufgegangen. (Bild: @Fischer89Martin)

Das Saatkorn , das wir gesät haben, ist herrlich aufgegangen. (Bild: @Fischner89Martin)

Entweder ist es das Alter oder die Macht der Gewohnheit, dass ich Fußballspiele, so ich sie nicht vor Ort anschaue, am liebsten auf Großbildleinwand sehe. Mein Fernseher ist nicht klein, aber die Spieler wirken auf dem Bildschirm inzwischen sehr klein. Ein neues Gerät zu kaufen will ich noch nicht, da das derzeitige mein erster selbst gekaufter neuer Fernseher ist. Und das mit Mitte 30. (Der erste selbst erworbene Fernseher war ein gebrauchter, der bei mir keine zwei Jahre überlebte, was mich zur Anschaffung eines neuen animierte.)
Gestern war es so, dass mir Bild auf der großen Leinwand im Backstage sehr unscharf vorkam. Ich fragte meinen Begleiter, ob das an mir oder der Leinwand läge. Er sehe immer schlecht, war seine Antwort. So blieb diese Frage offen.

Offen blieb auch die Frage, wie das gestrige Spiel, zu dem wir unter anderem das Backstage aufsuchten, ausgegangen wäre, hätte Manuel Neuer gegen seinen potentiellen Ex-Verein nicht mehrmals sehr gut gehalten und somit den überraschenden Ausgleich verhindert. Den indirekten Freistoß, den er nach der mit Hand aufgenommen Rückgabe von Jérôme Boateng verursachte, hielt er auchmusste er nicht halten, weil den Thomas Müller abblockte.
Wir hatte gerade Platz genommen und das erste Bier gekauft, als Bastian Schweinsteiger nach einer Ecke (!) von Arjen Robben das 1:0 köpfte. Wir jubelten, erst danach kamen wir dazu, den ersten Schluck zu nehmen. Beim dritten Schluck stand es bereits 2:0, und wir begannen uns auf einen sehr entspannten Abend einzustellen.
Doch irgendwie legte die Mannschaft die Entschlossenheit ab, was den defensiv aber nicht devot auftretenden Kölnern nach anfänglichem Zögern gefiel. So war das 2:1 mit dem Pausenpfiff nicht unverdient.
Es folgte die erwähnte Viertelstunde von Manuel Neuer, für die er zu Recht vom Trainer geherzt wurde. Sky blendete die Ankündigung einer Dokumentation über den ungeliebten Untermieter ein, woraufhin das berühmte Bayernligalied angestimmt wurde. Mitten im Gesang fiel das 3:1. 30 Sekunden, die wunderbar choreographiert waren.
Besser konnte die Stimmung an den Bierbänken nicht mehr werden! Das 4:1 war eine nette Zugabe – für Robert Lewandowski (dafür steht er eben da, „wo ein Stürmer stehen muss“, auch wenn es unnötig erscheint) wie für uns Zuschauer.
Am Ende standen zwei Augustiner Hoibe gegen vier Tore, was man als durchaus ausgeglichene Bilanz ansehen kann.
(Gehaltsvoller wird das Spiel wie immer bei Miasanrot aufbereitet.)

115 Jahre FCB im Backsatge

115 Jahre FCB im Backsatge

Während Matthias Sammer nach dem Spiel wieder den im Winter vor starkem Schneefall warnenden Meteorologen gab, indem er Schlendrian, Bruder Leichtfuss und andere unseriöse Gesellen geißelte, entkam Holger Badstuber im Interview mit Christina Rann in der Bezahlfernsehboazn „Mein Stadion“ ein kurzes Lächeln. Man musste schon genau hinschauen, aber er lächelte. Vielleicht war es auch nur ein Schmunzeln, doch das ist egal. Badstuber scheint es sehr gut zu gehen, das ist für mich die Kernaussage. Denn Allgäuer lächeln nicht grundlos. Und der FCB braucht den Großmeister des gepflegten Querpasses, der mit Boateng das humorloseste wie coolste Abwehrduo der Bundesliga bildet.

Und dann wurde gefeiert. 115 Jahre FC Bayern.
Was wir in München eben so „Feiern“ nennen. Das Backstage ist der einzige namhafte halbwegs abgefuckte Schuppen, den wir in der Stadt haben. Selbst die Umgebung ist noch unmotiviert hässlch. Aber die Stadtentwicklungspolitik arbeitet seit einigen Jahren fleißig daran, dass das Umfeld auch architektonisch geweiht greislig wird.
Welche Musik spielt man?
„Skandal im Sperrbezirk“, klar. „Fürstenfeld“, auch logisch. Und die Erste Allgemeine Verunsicherung sowieso.
Aber „Bochum“?
Mir erschloss sich die Fanfreundschaft zwischen dem FC Bayern und dem VfL Bochum nie. Da aber Hermann Gerland neben den Gebrüdern Schweinsteiger der beste Mann im Verein ist, gröhlten wir eben mit voller Inbrunst „Ich komm aus Dir“, auch wenn wir den Slang, wie ihn der Kuttenträger aus Herne, dessen Mutter während jeder Sommerpause die Weste auf ansehnlichen Vordermann bringt, nie wiedergeben können.

Hinter den Kulissen des Club Nr. 12

Hinter den Kulissen des Club Nr. 12

Sehr schnell sehr müde, schaffte ich es mit Mühe, bis 1.15 Uhr durchzuhalten. Das Durchhalten lohnte sich jedoch, da uns Napto, Kuhstaller und Konsorten Einblick ins Headquarter des „Club Nr. 12“, dem Fanherz des Vereins, gewährten. Eine Werkstatt, in der Choreographien entstehen wie die zum 115. Geburtstag. Ein Ort, der den Verein zu Reflexion veranlasst, auf die er bisweilen gern verzichtete.

Es war ein Abend, den ich weder auf Großbildleinwand noch am heimischen Fernseher hätte erleben können.
Liebe ist irrational. Egal, wie schlecht ich sehe – ich kann sie mir nicht schön trinken.
Will ich auch nicht.

Nota bene: Ich bedanke mich beim Club Nr. 12 und @StefKohlsen für zur Verfügungstellung von Choreographiebildern. Ich entschied mich für das von @Fischer89Martin. Vielen Dank!

Ganz oben statt nur dabei

daserstemalimstadionAm Sonntag wies ich auf die Blogparade „Das erste Mal im Stadion“ von elfgegenelf.de hin. Heute reiche ich meinen Text nach.
Vielleicht ist meine Erinnerung auch eine Hommage ans Olympiastadion, das seit knapp zehn Jahren – sieht man vom Champions League-Finale der Frauen 2012 ab – kein Fußballspiel vor großer Kulisse mehr erleben durfte. Es wird mit großen Aufwendungen erhalten, was so ehrenwert wie traurig ist. Darüber schreibe ich ein andermal.

G. und ich lernten uns in der 5. Klasse kennen, als wir beim schulinternen Schachturnier den letzten und vorletzten Platz belegten. Geeint in der Niederlage fanden wir raus, dass auch der Fußball unser gemeinsames Interesse ist.
Wir hörten fortan zusammen „Heute im Stadion“, das damals noch vom nuschelnden Fritz Hausmann moderiert wurde. Das war in der Saison 1984/85, die erste Spielzeit, die ich aufmerksam verfolgte.
Der Wunsch, ein Spiel des FC Bayern zu besuchen, wuchs ins uns sehr bald.

In der darauf folgenden Saison machten wir Nägel mit Köpfen. Der 1. FC Nürnberg war gerade wieder einmal aufgestiegen und gastierte am ersten Wiesnsamstag im Olympiastadion. Man nannte Spiele gegen den Glubb noch nicht Derby.
Ich weiß nicht, welcher Teufel uns, die noch keine 14 Jahre alt waren, ritt, ausgerechnet diese Spiel auszusuchen. Es waren wohl jugendlicher Leichtsinn, der inzwischen zu gering geschätzt und immer mehr untergebuttert wird, und die Ahnungslosigkeit der Eltern, die leider sehr viel an Bedeutung verloren hat, dass sie uns erlaubten, alleine dorthin zu gehen.

In der U-Bahn – wir stiegen an der Giselastraße oder Münchener Freiheit (Platz und U-Bahnhof wurden damals noch so geschrieben) ein – bekamen wir einen ersten Vorgeschmack dessen, was uns erwarten würde. Bumsvoll war es. Wir quetschten uns demütig zwischen Kuttenträger und nach Alkohol riechende Männer und versuchten nicht aufzufallen. Es gelang uns ganz gut, was nicht nur an der Luft, die uns eigentlich zum Atmen fehlte, lag. Am Olympiazentrum wurden wir mit der Masse rausgespült und schwammen bei bestem Wiesnanstichwetter mit ihr unauffällig zum Stadion. Warum wir nicht mit dem Radl in den Olympiapark gefahren sind, weiß ich nicht. Ich vermute, dass das in der zwei Mark teuren Eintrittskarte enthaltene MVV-Ticket den Ausschlag gab.

Es verging einige Zeit, bis wir unseren Block gefunden hatten. Irgendwas zwischen R und S. Es war leider egal, weil wir so spät dran waren, dass wir zwar noch einen Platz ganz oben fanden, mehr aber nicht. Es war so voll, dass es uns nicht gelang, weiter nach vorne zu gelangen. Wir verfolgten das Spiel von ganz weit oben und versuchten anhand der Akustik nachzuvollziehen, was unten auf dem Rasen passierte.
In der Halbzeit wurden wir von hungrigen und durstigen Fans wieder aus dem Block gespült. Wir hielten zu lange inne, denn ehe wir auf die Idee kamen, uns in der nun übersichtlicheren Kurve dem Spielfeld zu nähern, waren alle wieder zurück, und wir standen dort, wo wir schon während der 1. Halbzeit standen. Wir jubelten, wenn alle jubelten, schimpften, wenn alle schimpften und lamentierten dazwischen nur ein wenig.
Man kann nicht sagen, dass die Anderen brutal oder besonders unhöflich waren. Sie übersahen uns nur, und wir waren zu respektvoll. Es war die Zeit, als Ordner optisch eher gemütlich wirkten, nicht überrepräsentiert waren und sich höflich zurückhielten, wenn ihr Einsatz nicht explizit verlangt wurde. Ältere Herren – der Eindruck mag unserer Jugendlichkeit geschuldet gewesen sein –, die sich daran erfreuten, eine Aufgabe zu haben.
Wir erfuhren immerhin, wie das Spiel ausging – 2:1 – und hatten bei strahlendem Sonnenschein ein beeindruckendes Erlebnis.

Auf dem Heimweg schob ich ein wenig Panik, weil die Schlange vor dem Bahnhof Olympiazentrum sehr lang war und ich befürchtete, zu spät zum Abendessen zu kommen. Ärger oder gar Hausarrest wollte ich nicht riskieren. Da vergaß ich auf einmal meine Zurückhaltung – ich saß pünktlich am Essenstisch.

Die Enttäuschung, von dem Spiel fast nichts gesehen zu haben, hielt in uns nur kurz an. Wir gingen fortan öfter ins Stadion und erfuhren dabei, dass Spiele damals™ selten ausverkauft waren. In der Saison darauf gelang es uns sogar, ein Europapokalspiel auf Kosten des Vereins anzuschauen.
Aber das ist eine andere Geschichte.

Die Freundschaft mit G. hielt immerhin sieben Jahre, bevor sie langsam auseinander ging, was nicht nur daran lag, dass er sich später dem Giesinger Lokalrivalen zuwandte.

Verwöhnvorrunde und absurder Aberglaube

Wer den letzten der nun folgenden acht Absätze auslässt, darf sich auf eine freudentrunkene Zusammenfassung der Vorrunde freuen. Der letzte Absatz ist die störende Darbietung in Form der Blockflöte, ohne die es kein Weihnachtsfest gibt.

Nach dieser Vorrunde habe ich als ahnungsloser Fan keinen Anlass zu meckern. Elf Punkte Vorsprung auf den Zweiten, nur eine Niederlage (im bedeutungslosen Spiel bei Manchester City) habe ich nicht erwartet.
Eine sehr zähe Vorrunde erwartete ich, weil die Statistik nach erfolgreichen Turnieren gegen virtuoses und effektives Passspiel sprach. Folglich stellte ich mich auf uninspiriertes und unproduktives Ballgeschiebe ein. Die Liste der Verletzten, die ich ohne Recherche nicht vollständig aufführen kann (Fragt den Doc!), ließ meine Skepsis wachsen. Die Liste der Verletzten, die ich ohne Recherche nicht vollständig aufführen kann (Fragt den Doc!), ließ meine Skepsis wachsen.

1. Spieltag, Notelff!!!einself Okay, die einzige, nennenswerte Notlösung gegen Wolfsburg war Gianluca Gaudino, der mit David Alaba die Doppelsechs bildete. Danach wurde Xabi Alonso verpflichtet, der fortan mit 10.000 Ballkontakten Bundesliga und Medien aufmischte. Nach dem spielerisch holprigen Auftakt steigerten sich die Weltmeister und die verhinderten Weltmeister von Spiel zu Spiel und sorgten lediglich nach dem 0:0 in Hamburg für Stirnrunzeln. Da spielte allerdings Arjen Robben nicht mit, worüber man am vergangenen Freitag in Mainz ebenfalls nicht unglücklich gewesen wäre. Dort schloss sich ein Kreis, spielte man zum Jahresabschluss auch mit einer Notelf. Aber eben mit Robben.

À propos Arjen Robben. Galt er vor zweieinhalb Jahren für viele als das Sinnbild für Erfolglosigkeit, für das er sich wenige Tage später während eines Freundschaftsspiels auspfeifen lassen musste, ist er spätestens nach seinem entscheidenen Tor im Champions League-Finale von London 2013 nicht wiederzuerkennen. Gelassenheit, Entschlossenheit und Spielwitz (und der ewig junge Trick) zeichnen ihn seit dem aus. Vielleicht ist er der Einzige, der momentan nicht zu ersetzen ist.
Für mich ist Arjen Robben der Spieler des Jahres (Lamento über Ballon d’Or bitte hier einfügen!) – vor Jérôme Boateng und David Alaba.
Boateng hat sich zu einem der weltbesten Innenverteidiger entwickelt, der wie kein anderer Humorlosigkeit mit Schnelligkeit und Präzision kombiniert. Diese Pässe! Alaba wird immer erwachsener, was man nicht nur daran erkennt, daß ihm Franck Ribéry auf dem Platz keine Anweisungen mehr gibt. Inzwischen tummelt er sich überall rum und entwickelt sich zur Inkarnation des Mittelfeldspielers, von der sein Trainer träumt.
Meinem Spiel der Vorrunde, der einzigen Niederlage, widmete ich schon einen ausführlichen Text.

Die Transfers, einen nannte ich schon, waren sehr gut. Sechs Einkäufe, davon mit Medhi Benatia und dem erwähnten Spanier zwei nachträgliche, von denen nicht einer enttäuschte. Die größte Überraschung ist Juan Bernat, den außer Guardiola und der neue Chef-Einkäufer Michael Reschke nur europäische Allesgucker kannten. Er gewöhnte sich sehr schnell an Mannschaft, Spiel und Niveau, so daß sich David Alaba auch verletzen konnte, ohne daß dies großartig auffiel. Medhi Benatia ist ein rustikaler Innenverteidiger, der noch an seinem Temperament arbeiten muss. Boateng kann ihn da sicher beraten. Sebastian Rode, den ich bei Bekanntgabe seiner Verpflichtung arg belächelte, lehrte mich eines Besseren. Giftig und engagiert spielte er sich in die Stammachtzehn. Darüber darf sich nicht nur Matthias Sammer freuen. Robert Lewandowsi deutete nicht nur an, was er kann, sofern er nicht als Linksaußen eingesetzt wird.

Wenn es einen Verlierer gab, dann wohl Xherdan Shaqiri. Die Eindrücke der guten WM konnte er nicht bestätigen. Chancen bekam genügend, vor allem als Ribéry nach seiner Verletzung Form und Leichtigkeit suchte. Zu eigensinnig und defensiv ignorant zeigte er sich und musste am Ende der Vorrunde damit leben, daß ihm der A-Jugendliche Gaudino vorgezogen wurde. Beim letzten Spiel war er verletzt. Öffentliches Lamentieren über seine Rolle trug wenig zum Verständnis bei. Ihn zu verkaufen, erscheint als beste Lösung. Schade, denn er ist ein Spielertyp, den ich gerne sehe.
Für Pierre-Emile Højbjerg führt der dauerhafte Weg unter die ersten 18 nur über regelmäßige Spielpraxis, die ihm Pep Gaurdiola noch nicht garantieren kann. Ein anderthalbjähriges Intermezzo bei einer Bundesligamannschaft, die Fußball nicht nur als Vermeiden von Niederlagen (Mainz? Hoffenheim?) begreift, ist sinnvoll für ihn.

Die Skepsis wich schnell der Freude über eine Verwöhnvorrunde, die alles andere als langweilig war. Alleine das Aufstellungsraten vor jedem Spiel versprach schon Spannung. Spieltag für Spieltag dabei zuzusehen, wie sich die meisten Spieler unter Guardiola weiterentwickeln, ist faszinierend. Ein Rädchen greift ins andere und nichts schaut nach Zufall aus. Kleine Irrtümer werden noch vor der Halbzeit korrigiert. Für die Bundesliga ist das ärgerlich, für den Fan ein Quell spieltäglicher Freude.
Und Statistik ist relativ.

Nach der wohlverdienten Pause bereitet sich die Mannschaft auf die Rückrunde vor, die etwas mehr Aufschlüsse über die tatsächliche Stärke geben wird.
Wie stabil und flexibel die Mannschaft wirklich ist, werden wir voraussichtlich erst im Viertelfinale der Champions League erfahren, so der FC Bayern sich im Achtelfinale gegen die durch die Unruhen in der Ost-Ukraine gebeutelte Mannschaft von Schachtar Donezk durchsetzt, wovon ich ausgehe.
FC Chelsea, Real Madrid und das wieder unter dem Radar laufende Atlético Madrid sind neben dem FC Bayern die Favoriten auf den europäischen Titel. Der FC Barcelona scheint noch nicht zur Stärke vergangener Jahre zurückgefunden haben, aber im Falle eines Aufeinandertreffens möchte ich die Faktoren Wut und Rache nicht unterschätzen. Das 0:7 dürften die Katalanen noch nicht vergessen haben.
Womöglich durch diese Vorrunde volltrunken bin ich jedoch optimistisch, daß der FC Bayern mindestens eine der genannten Mannschaft besiegt. In zwei oder nur in einem Spiel.

Der einzige dicke Wermutstropfen der Vorrunde ist der Ort des Trainingslagers: Katar. Ich kritisierte die erneute Wahl bereits mit deutlichen Worten. Denen wäre nichts hinzuzufügen, hätte Karl-Heinz Rummenigge am vergangenen Samstag im Aktuellen Sportstudio (Mediathek, ab Minute 6:37) sich nicht entblödet, der ignoranten Argumentation noch eins draufzusetzen:

Wir sind ein bißchen auch abergläubisch. Wir haben nach diesen ganzen Trainingslagern jeweils große, wichtige Titel gewonnen, insgesamt in den letzten zwei Jahren nämlich acht. Und das ist für uns auch ein wichtiger Faktor.

Aberglaube schlägt Menschenrechte – absurd! Die Aussage ist schlimmer als das unverzollte Einführen von Uhren. Letzteres wird bestraft…
Vielleicht bin ich einfach zu sehr nur Gutmensch und Fan, um das wirklich zu kapieren.

Der jährliche Fußballfragebogen

Dein Verein heißt:
FC Pep Triplegewinner Bayern München

Wie lautet das offizielle Saisonziel, sofern es bekannt ist?
Sammer sagt „Triple“, Rummenigge „Meisterschaft“, Hoeneß scheint derzeit anderweitig beschäftigt zu sein.

Wie lautet DEIN Saisonziel für deinen Verein?
Den neuerlichen Spaziergang, den viele sehen, kann ich nicht erkennen. Es wird einige Zeit brauchen, bis sich Trainer und Mannschaft so angenähert haben, daß sie wieder aus einem Guss spielen.
Für die Meisterschaft sollte es dennoch reichen, auch wenn der BVB heuer in Sichtweite darum mitspielen wird.

Welchen Spieler hätte deine Mannschaft in der Pause lieber nicht abgegeben?
Puh, die Nebengeräusche um Gómez‘ Wechsel fand ich nicht so angenehm. Aber es wäre für ihn wohl sehr schwer geworden, erneut einen Skeptiker von sich zu überzeugen.

Welchen Spieler hätte deine Mannschaft besser verkaufen sollen?
Emre Can wurde ja schon abgegeben, Luiz Gustavo ist auch auf dem Sprung.

Wen hätte deine Mannschaft diese Saison lieber NICHT gekauft?
Jan Kirchhoff ist für mich ein vollkommen unbeschriebenes Blatt.
Und Robert Lewandowski wird uns zum Glück noch ein Jahr vom Leibe gehalten.

Wer von den neuen Spielern wird deiner Mannschaft am besten helfen?
Der Pep wird sich bei der Verpflichtung von Thiago Alcantára schon etwas gedacht haben. So ein Spanier mit brasilianischen Wurzeln kann ja kein Haubentaucher sein!

Wie wirst du in dieser Saison deine Mannschaft unterstützen?
Trinkend, schreiend, Trikot tragend.

Wie findest du das neue Trikot Deiner Mannschaft?
Endlich wieder „rot-weiße Trikot“! Das neue Bundesligaleiberl ist wirklich ein Traum. Es ist das schönste seit vielen Jahren.
Das BLAUE CL-Trikot im C&A-Schlafanzugdesign dagegen ist ein Graus.

Welcher Stürmer wird die Torjägerkanone holen?
Thomas Müller!

Welcher Trainer wird als erstes gefeuert?
Bruno Labbadia. Oder Mirko Slomka. Oder sie tauschen einfach ihre Vereine.
Und Markus Babbel beerbt Thorsten Fink.

Welche Mannschaft wird das erste Tor der Saison schießen?
ich befürchte Borussia Mönchengladbach.

Welche Mannschaften SOLLTEN absteigen?
Heuer ist mir das tatsächlich egal.

Welche Mannschaft wird Meister?
Der FC Bayern.

Wenn du nicht im Stadion bist, wo wirst du die Spiele sehen?
In der Wirtschaft.

Wie sehr vermisst du die Bundesliga auf einer Skala von 1 bis 10 – wobei bei 1 so ziemlich keine Träne nach der Bundesliga verdrückt wird und 10 quasi bedeutet, dass du ernste Entzugserscheinungen hast?
Wenige Stunden vor dem Anpfiff steigt die Vorfreude doch allmählich an. Aber höher als 6 ist sie jetzt noch nicht.

[via Anke Gröner]

Ich bin noch nicht bereit.

Als Arjen Robben in Wembley das 2:1 schoss, tobte die Kneipe um mich. Ich nahm das nur schemenhaft war, weil ich in Tränen zerfloss. Nein, nicht, weil es ein Ausgerechnet-Tor des Umjubelten wie Verhassten war, sondern, weil alles von mir abfiel. Drei zweite Plätze, ziemlich viel Unruhe und eine Portion Ungewissheit hinterließen Spuren. „Wir haben es geschafft“, sagte man mir, als wir Minuten nach dem Abpfiff auf der Straße standen. Ich musste mir erst noch einmal eine Zigarette drehen und anzünden, bis ich es wirklich glauben konnte.
Der Pokalsieg eine Woche später war das dritte I-Düpferl auf eine Saison, die nicht nur ich nie vergessen werde.
TRIPLÖÖÖ!
Ja, der gute, nein, überragende Franck Ribéry brachte es neben Mehmet Scholl auf die sechs Punkte des aus seinem Mund schönen, putzig klingenden Umlauts.

Aber kaum war diese historische Saison vorbei, ging es weiter, obwohl doch Sommerpause war. Dabei fand kein wichtiges Turnier statt – die Confedcup-Teilnehmer und EM-Teilnehmerinnen mögen es mir verzeihen.
Der neue Heilsbringer überschattete alles. Es ist nicht die Schuld Pep Guardiolas, daß der gerade drei Wochen alte Ruhm derart schnell in den Schatten des regenreichen Junis geriet. Nachdem übereinstimmend festgestellt wurde, daß der Katalane besser Deutsch kann, als viele Journalisten seinen Namen unfallfrei aussprechen können, wurde eine Lawine losgetreten, der ich so gut als möglich auswich. Ich war bei keinem Showtraining in Fröttmaning, las so gut wie nichts in den zahlreichen Medien, machte mir keine Gedanken darüber, wo Thiago Alcántara denn spielen könnte und feierte nicht den Deutschen Meister 2013/14. Stattdessen erfreute ich mich an Mario Gómez‘ warmen Empfang in Florenz und genoss die Sonne. In der Vorbereitungsphase mit den vielen, nur Staub fangenden Pokalen sah ich eine Halbzeit. Die 2. Halbzeit verbrachte ich im Hof des Gastgebers, der ein rauschendes Fest feierte, was nicht nur am Sieg seiner Mannschaft lag. (Wenn wir schon nicht gewinnen, saufen wir ihm wenigstens den Kühlschrank leer!)

Vorgestern fand das erste Pflichtspiel statt. DFB-Pokal. Ich habe dieses Spiel tatsächlich versäumt, obwohl die ARD so freundlich war, es zu übertragen. Ich war noch nicht bereit. Am Freitag beginnt die Bundesliga; wenigstens habe ich schon ein wenig im „Chefkicker“ (ich weiß nicht mehr, wer diesen wunderbaren Ausdruck in meine Timeline schmiss) geblättert.

Ich bin nicht satt, sondern müde. Mir ging das alles zu schnell. Es kommt mir so vor, als habe die letzte Saison vor zwei Wochen erst aufgehört. Natürlich muss es weitergehen. Die Titel der letzten Saison sind nur noch Schmuck für den Briefkopf, und die Generation „Lahm/Schweinsteiger“ muss nun natürlich beweisen, daß sie große Titel auch verteidigen kann.

Ich bin nicht böse, wenn es ihr nicht gelingt. Denn ich kann mir vorstellen, daß die Spieler noch müder sind als ich und sich erst mit dem neuen Trainer zusammenraufen müssen, um sich zu neuen Großtaten aufzuschwingen. Das wird sicher auch einige Energien kosten.

Was bleibt, ist die Favoritenrolle – und eine für mich zu kurze Sommerpause.