#IMT18 (3): #Museumstandem

Mein Museumstag: 1. Teil, 2. Teil

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bis vergangenen Sonntag nicht im Jüdischen Museum war. Als Eintritte kein Problem waren, hatte ich andere Dinge im Kopf, jetzt fehlt mir das Geld, um die mannigfaltige Museumslandschaft der Stadt zu genießen. Sei‘s drum. Ich habe diese Bildungslücke endlich geschlossen.

Es ist in meinen Augen das größte Verdienst des Alt-Oberbürgermeisters Christian Ude, dem Wunsch der Israelitischen Kultusgemeinde, sich St.-Jakobs-Platz, der zuvor nur eine greislige Steinwüste war, ansiedeln zu dürfen, nachzukommen.

Alleine die Dauerausstellung, die jüdisches Leben in München und Bayern dokumentiert, ist sehr lehrreich, wird doch aufgezeigt, wie alt Antisemitismus ist.

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Die Sonderausstellung „A Muslim, a Christian an a Jew“ von Eran Shakine spielt sehr schön mit den gängigen Klischees über die Religionen.

Auf meinem Zettel stand optional noch das Alpine Museum, das ich auch noch nicht kenne. Allerdings wollte ich den Tag nicht eine Museumsrallye ausarten lassen.
So blieb es bei dem etwas unfreiwilligen Museumstandem.

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Auf dem Heimweg tobte sich das Gewitter noch ein wenig aus.

Links:
Jüdisches Museum
Internationaler Museumstag
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#IMT18 (2): Solln

1. Teil

Als ich auf der Website des Museumstags nach Museen suchte, die für mich in Frage kämen, entdeckte ich das Archiv Geiger. Ich wusste bis dato nicht, dass es das gibt. Rupprecht Geigers Werke sind in der Stadt recht präsent. Ich fuhr deshalb mit der U-Bahn extra bis Machtlfinger Straße; den Bahnhof hat Geiger gestaltet (siehe Titelbild).

Das Archiv Geiger, das einst sein Atelier war, liegt sehr abgelegen in Solln, was so oder so einen kleinen Spaziergang voraussetzt, weil die nächst gelegene Bushaltestelle zehn Minuten entfernt ist.
Von Obersendling aus dorthin zu laufen, ist auch kein Problem; es dauert nur ein wenig länger. In meinem Fall anderthalb Stunden, weil ich keine Hektik hatte und mich durch kleine Straßen zwischen Obersendling und Solln treiben ließ.

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Alleine das ehemalige Siemens-Areal, das gerade umgestaltet wird, lohnt schon einen kleinen Ausflug, wenn man sich nicht nur auf die typischen, schönen Motive Münchens kapriziert. (Hallo #StadtLandBild!)
Reihen- und Einfamilienhaussiedlungen sind hingegen nicht so mein Fall, weshalb sich der Weg ein wenig hinzog.

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Nähert man sich endlich dem Archiv Geiger, wird es schon idyllisch, obwohl Plattlinger Straße so gar nicht danach klingt.

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Man darf sich auch nicht von dem Schrottplatz irritieren lassen, der sich im Grün plötzlich auftut.

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Nachgerade romantisch wird es ungefähr zweihundert Meter vor dem Ausflusgziel: eine Pferdekoppel am Vogelanger! Man wähnt sich nicht in der Großstadt, sondern auf dem Dorf. Man muss nicht Charlotte Roche heißen, um das schön zu finden. Im Gegensatz zum Dorf hat man allerdings die Möglichkeit, tagsüber alle zehn Minuten, abends alle 20 Minuten und sogar nachts mindestens stündlich mit dem Bus wieder gen Stadt zu fahren.

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Beim Archiv Geiger endlich angekommen war ich auch nicht enttäuscht, dass es entgegen veröffentlichter Ankündigungen nicht geöffnet hatte. Nächstes Jahr beteiligt es sich wieder am Internationalen Museumstag.

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Auf dem Rückweg verweilte ich einem Moment am Sollner Weiher, bevor ich mich dem aufziehenden Gewitter entzog und das nächste Museum ansteuerte.
Fortsetzung folgt.

Links:
Archiv Geiger
Übersichtskarte der öffentlich zugänglichen Kunstwerke von Rupprecht Geiger

#IMT18 (1): #renovateHDK

Dass ich heuer erstmals vom Internationalen Museumstag erfahren habe, spricht nicht für mich. Denn für Menschen wie mich, die für Kultur so gut wie kein Geld abknapsen können, ist dieser Tag eine sehr gute Gelegenheit, in die mannigfaltige Museumswelt der Stadt einzutauchen. Davon habe ich am vergangenen Sonntag Gebrauch gemacht, ohne es in eine Rallye ausarten zu lassen.

Nach einer kleiner Umfrage gibt es drei Texte.

#renovateHDK

Kaum ein Museum hat eine dunklere Geschichte als das Haus der Kunst. Kuratorin und Archivarin Sabine Brantl ging beim Instawalk #renovateHDK auf die Geschichte des Hauses, die bis heute sowohl das Museum als auch die Stadt und ihre Bevölkerung beschäftigt, ein.

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Das als Haus der Deutschen Kunst errichte Gebäude war eines der wichtigsten Bauprojekte von Adolf Hitler. Die namhafte Spender – das Who Is Who der schnell entnazifizierten Rüstungsindustrie – erfüllten ihrem Führer seinen Lieblingswunsch.

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Geplant wurde der Bau wurde von Paul Ludwig Troost. Nach seinem Tod wurden die Pläne, vermutlich von Hitler persönlich, noch einmal geändert.

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Von Anfang an war ein Luftschutzkeller, die ab 1933 verpflichtend für alle neu zu bauenden öffentlichen Gebäude waren, enthalten. Das Haus der Deutschen Kunst war „bis zuletzt“ geöffnet.

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Bereits Mitte 1933 wurden „Luftschutzwerbetage“ durchgeführt. Indem kleine Sandsäcke über der Stadt abgeschmissen wurden, wurde die Bevölkerung schon früh auf den nächsten Krieg vorbereitet.
Der Luftschutzraum dient heute als Raum für die Sammlung Götz.

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Der Heizungskeller galt selbstredend als der modernste seiner Art.

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Natürlich wurde das Haus der Deutschen Kunst 1937 mit einer „Großen Deutschen Kunstausstellung“ eröffnet. Die Femeschau „Entartete Kunst“ wurde im benachbarten Hofgarten vorgeführt.

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Nach dem Krieg wurde das Haus der Kunst, das nicht zerstört wurde, sehr schnell wieder eröffnet. Man zeigte zeigte Gemälde anfangs aus den Sammlungen anderer, zerstörter Museen in München, u.a. eine Retrospektive der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“.

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Pläne aus den 60er Jahren sahen Überlegungen vor, die prägenden Säulen des Neoklassizismus zu entfernen.
Die Auseinandersetzung mit mit den braunen Wurzeln sollte erst viel später einsetzen und beschäftigt nicht nur den für die Sanierung des Haus der Kunst verantwortlichen Architekten David Chipperfield.

Ich könnte jetzt noch erzählen, dass das P1 früher ein einfaches „Bierstüberl“ war, und die Amerikaner in der Haupthalle Basketball spielten.
Aber ich möchte mich mit diesem Abriss bescheiden.

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Zum Abschluss gibt es einen Ausblick vom Dach des Haus der Kunst.
Vielen Dank für die Einladung und sie sehr informative Führung!

Fortsetzung folgt.

Links:
Chronik Haus der Kunst
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