Kein Spaß für Jung und Alt – oder: Warum Kindergruppen die volle U-Bahn noch voller machen.

Eine erklärende Replik.

Ja, es ist anstrengend, wenn die täglich volle U-Bahn noch voller und lauter ist, weil sich noch eine Kindergruppe reinzwängt. So viel vorweg: Der Spaßfaktor ist auf beiden Seiten äußerst gering.

Warum fahren Kindergruppen während des Stoßverkehrs mit den öffentlichen Verkehrsmitteln?
Ganz einfach: weil es in der Regel nicht anders geht.

Vorstellungen in Theatern, Führungen in Museen für Kindergartengruppen und Schulklassen beginnen um 9 Uhr oder um 9.30 Uhr. Das hat zur Folge, dass die Abfahrt an der Einrichtung im Stadtgebiet zwischen 8 und 8.30 Uhr erfolgen muss, will man nicht verspätet oder vollkommen abgehetzt am Ziel ankommen.
Fahrten mit Kindergruppen dauern länger, weil es eben eine Gruppe mit vergleichsweise verkehrsunerfahrenen Menschen ist und vor allem Umsteigen mehr Zeit in Anspruch nimmt. Eventuell muss man eine Bahn passieren lassen, weil sie zu voll ist und ein spontanes Teilen der Gruppe aus verschiedenen Gründen (Aufsichtspflicht!) obsolet ist.
Eine Gruppe aufgeregter Kinder durch den ÖPNV-Dschungel zu lotsen, ist kein Spaß. Man muss die Gruppe beisammen halten und eventuell eingreifen, wenn doch ein Kind vor lauter Aufregung zu nah an der Bahnsteigkante hüpft. Idealerweise versucht man in der Bahn, die Gruppe zwischen zwei Türen in einem Abteil sammeln, um einen besseren Überblick zu gewährleisten. Der Stressfaktor erhöht sich noch, wenn man an einem belebten U-Bahnhof umsteigen muss oder zwei Kreuzungen überqueren muss, weil die Haltestelle der anderen Linie an einer sehr ungünstigen Stelle liegt.

Der Besuch von Theatern und Museen ist kulturelle Bildung und findet aus naheliegenden Gründen außerhalb der vier Einrichtungswände statt. Deren Bedeutung als wesentliches Element von Bildung und Erziehung steht, so hoffe ich, außer Diskussion.
Dazu bietet sich nun mal der Vormittag an, weil Grundschulen Unterrichtszeiten bis mittags haben und es immer noch Kinder gibt, die nur halbtags in den Kindergarten gehen und von solchen Ausflügen nicht ausgeschlossen werden sollen.
Verkehrserziehung, also das Erlernen richtigen Verhaltens im Straßenverkehr, an Haltestellen und Bahnhöfen ist ein Bestandteil von Erziehung. Es gibt sicher bessere Zeitpunkte als die morgendliche Hauptverkehrszeit, aber wie oben schon ausgeführt, lässt sich das eben nicht verhindern. Wenn es möglich ist, sucht man sich Verbindungen aus, die kein Umsteigen, jedoch häufig eine längere Fahrt erfordern. Aber das funktioniert auch nur, wenn Einrichtung und Ziel zentrumsnah oder im Umfeld der Innenstadt liegen.
Abgesehen davon sind außerhalb des Berufsverkehrs Bahnen und Busse im Innenstadtbereich ähnlich voll. Den perfekten Zeitpunkt, mit Kindern U-Bahn zu fahren, gibt es also nicht.

Eigens einen Bus für solche Ausflüge zu mieten, ist aus verschiedenen Gründen kein Thema. Der Bus steht genauso im Stau wie die anderen Autos und ist erheblich teurer als der MVV. Angesichts der Feinstaubbelastung ist er obendrein keine glaubwürdige Alternative. Und die Kinder lernen, wenn sie von Eingang zu Eingang kutschiert werden, nicht, wie man sich im Straßenverkehr verhält. (In ländlicher Umgebung mag das angesichts fehlender ÖPNV-Verbindungen anders aussehen.)

Wenn also eine Kindergruppe während des Stoßverkehrs die volle U-Bahn noch voller macht, dann nicht, weil die ErzieherInnen, KinderpflegerInnen (so nennt man „Kindergärtnernde“ übrigens) „antizyklisch doof“ handeln, sondern wie viele PendlerInnen keine andere Möglichkeit haben.
Der Stress ist für Kinder und Betreuende ungleich größer als für am Smartphone daddelnde Fahrgäste. Ein Tag auf dem Spielplatz um die Ecke ist wesentlich entspannter.

„Erzieher kann jeder?!“

Letzte Woche nörgelte ich noch über die schlechte Kampagne, in der unter anderem Kinder instrumentalisiert werden, der Gewerkschaften zur Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes.

Ein paar Tage später entdeckte ich auf Facebook das Video vier angehender Erzieherinnen, die mit Abstand das Beste zu dem Thema gemacht haben.
Et voilà!

Es ist am Anfang etwas anklagend, aber die jungen Frauen fassen in den sechs Minuten sehr gut zusammen, worum es in unserem Beruf, neben besserer Bezahlung, geht.
Vielen Dank dafür!

Gehen Sie hin und verbreiten das Video!

Netzgebilde

Die wöchentliche Umschau zu Erziehung, Pädagogik und Bildung

NGB1501-04bw

Naturpädagogik
Waldkindergärten schossen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden. Ich finde die Idee toll, kann mir aber nicht vorstellen, jeden Tag bei Wind und Wetter im Wald zu arbeiten.
In unserer Einrichtung haben wir zwei bis drei Waldtage konzeptionell verankert, die unterschiedliche Kleingruppen wahrnehmen. An Material nehmen wir außer ein paar Schnitzmessern und einer Säge nichts mit. Spielzeug liegt im Wald genug rum. Geborgen wachsen beschreibt, wie Stadtkinder Naturerfahrungen sammeln können. Was in einem Waldkindergarten passiert, zeigen die Lerntippsammlung und die Naturschule Freiburg.
Die Deutsche Wildtierstiftung hat bei Emnid eine Umfrage in Auftrag gegeben, die u.a. zu Tage förderte, dass 49 Prozent der Kinder zwischen vier und 12 Jahren noch nie auf einen Baum geklettert sind. Der Schweizer Neuropädiater Markus Weissert fordert, dass Kinder in den Wald müssen.

Sexualpädagogik
In Schweden sorgt ein galoppierender Penis im Kinderprogramm des Senders SVT für Aufregung.

Berufspolitik
In Hamburg wurde gewählt (s. a. Netzgebilde von letzter Woche). Eine Anfrage in der Bürgerschaft ergab unmittelbar vor der Wahl, dass sich die Kindertagesstätten stärker an ihren Personalkosten beteiligen müssen, als bislang bekannt.
In München zeigt die Ende letzten Jahres eingeführte Stellenmarktzulage noch nicht den gewünschten Effekt, berichtet die SZ. Viele Einrichtungen sind personell unterbesetzt, neue werden im September eröffnet.

Linktipps
In naher Zukunft erweitere ich meine Blogroll um das hiesige Thema. Ich beginne hier schon mal mit zwei Tipps.
Kinderohren bespricht Bücher, Kinderfilmblog – Sie ahnen es sicher – Filme.

Verkleiden ist eine Form von Zuneigung

Der Text ist eine Replik auf „Kulturelle Aneignung und Alltagsrassismus im Fasching: warum ich meinen Kindern keine Indianerkostüme nähe“ von Ella.

Ich hasse Fasching, ich hasse Verkleiden. Deshalb feiere ich ihn nur, wenn ich dafür bezahlt werde. So also im Kindergarten, wo man dem Wahnsinn nicht entkommt, weil die alljährliche Krankmeldung am Faschingsdienstag selbst bei regem Personalwechsel auffällt.

Für viele Kinder ist Fasching jedoch ein Höhepunkt im pädagogisch wertvollen Betreuungsalltag, weil sie sich sich verkleiden können und dabei die Sau rauslassen können, es Süßkram in rauen Mengen gibt und das Personal alles, was den Anschein von Erziehung weckt, wenigstens für einen Tag zu hause lässt.

Betrachtet man sich die Kostüme der Kinder genau, tragen sie meistens etwas, was ihnen gefällt. Man ist umgeben von Löwen, Leoparden, Prinzessinnen, Pippi Langstrumpfs, Star Wars-Helden, Comicfiguren, die wir nicht kennen, Feuerwehrmännern und sogar Müllmännern. Und eben von Cowboys und Indianern. Sie verkleiden sich also als Jemand, der sie zumindest für den Moment sein möchten.
Das erklärt auch, warum man sehr wenige Mistkäfer, Ratten oder Küchenschaben sieht.

Natürlich bringen wir Kindern bei, dass Indianer oder Native Americans, wie das richtig heißt, unterdrückt wurden und werden. Und es ist nicht schwer, bei Kindern auf diesem Weg ein Gefühl für Ungerechtigkeit und Unverständnis zu wecken. Kinder spüren sehr schnell, was Menschen mit anderen Menschen anstellen, die eine andere Hautfarbe haben und deswegen diskriminiert werden.
Es ist wichtig, mit ihnen das zu thematisieren, verbunden mit der Hoffnung, dass sie es vielleicht besser machen, wenn sie erwachsen sind.

Und es ist absolut notwendig, dass alltagsrassistische Begriffe wie Negerkuss oder Zigeuner aus dem Wortschatz verschwinden, und wir sie von diskriminierenden Klischees fernhalten.
Ihnen jedoch aus gut gemeinter Haltung eine Kostümierung zu verbieten, die nicht dem Spott dient, sondern eine Zuneigung ausdrückt, ist falsch. (Warum Pierre Brice wegen seiner Rolle als Winnetou so beliebt ist, lasse ich an dieser Stelle außen vor.)
Nach dieser Logik dürften sich Kinder auch nicht als Bienen verkleiden, weil sie dank mit chemischen Mitteln gut ausgestatteter Menschen vom Aussterben bedroht sind.

Wir muten unseren Kindern schon sehr viel an politischer Korrektheit und kritisch reflektierender Pädagogik zu, überlassen den Besuch bei McDonalds – mit erhobenem Zeigefinger! – Paten und anderen pädagogisch Unbefleckten und wenden uns kopfschüttelnd ab, wenn die Großeltern ihnen mit schrill klingendem Plastikkram die größte Freude machen.
Wir müssen die Kindern nicht auch noch an Fasching mit unseren guten Absichten und einwandfreien Ansichten überschütten. Selbst wenn sie als Polizist gehen wollen.

Netzgebilde

Die wöchentliche Umschau zu Erziehung, Pädagogik und Bildung

Es läuft noch etwas stockend hier im neuen Jahr. Ich bin mit der Rubrik noch nicht so recht warm geworden, obwohl sie mir wichtig ist. Ich sammle sehr viel, aber mir fehlt die innere Struktur, sie in einen für mich passenden Rahmen zu stecken.

NGB1501-04bw

Freispiel
Es wird zunehmend schwieriger, Kinder in Tageseinrichtungen so zu erziehen, dass sich nicht als mindestens als ausgebildete Grundschüler*innen eingeschult werden. Ihren Doppelvornamen sollten sie mindestens unfallfrei schreiben können, rechnen auch, und die Fremdsprache ist eh obligatorisch. Wie wichtig freies Spiel und die damit die Persönlichkeitsbildung sind, wird gerne unterschlagen.
Mirka von Lilienthal besuchte eine Erzieherin, die seit 40 Jahren im Beruf, immer noch nicht müde ist und Kindern auf Augenhöhe begegnet. Ich habe das Glück mit einer eigentlich schon pensionierten Kollegin zu arbeiten, die so viel weiß, sehr viel Herzenswärme hat und uns als neue Einrichtung mit Rat und zur Seite zu steht. (Eigentlich macht sie das auch, weil sie nach über 40 Berufsjahren nicht von ihrer Rente leben kann, aber das ist ein anderes Thema.)

Wahlkampf
In Hamburg wird am Sonntag gewählt. Erzieher*innen, Eltern und Kinder statteten dem Ersten Bürgermeister Olaf Schulz einen Besuch ab, um ihrer Forderung nach besserer personeller Besetzung Nachdruck zu verleihen. Auf Demonstrationen mit Kindern stehe ich nicht, weil Kinder für etwas instrumentalisiert werden, was sie so nicht abschätzen können. Es schaut nett aus und macht Eindruck, aber solche Kundgebungen sind Sachen der Erzieher*innen und Eltern.

Tod
Wie bringt man Kindern den Tod naher Angehöriger näher?
Zwei Mütter, Rosas Welt und Frl. Null Zwo, nähern sich dem traurigen wie unangenehmen Thema an. Ich versuchte mich ebenfalls daran.

Impfen
Vielleicht liegt es am ausgehenden Winter, der im Februar beginnt, lästig zu werden, dass das Impfen wieder hitzig diskutiert wird. Eltern bekriegen sich untereinander, und unter uns Erzieher*innen wird das Thema auch hitzig diskutiert. Die Grippeimpfung kann man in meinen Augen noch auslassen, aber wer Kinder hat, handelt grob fahrlässig, wenn er die Standardimpfungen aus ideologischen Gründen auslässt. Deshalb gibt es hier nur Texte, die Impfungen befürworten. (Impfgegner brauchen sich gar nicht erst die Mühe machen, hier zu kommentieren. Ich schalte den Unsinn nicht frei.)
David Schumacher zeichnet in nido die Geschichte einer Familie nach, die zwei Kinder durch Masern verlor. Wem das noch nicht reicht, darf sich die Kommentare durchlesen. In Berlin schlägt man sich mit einer Rekordzahl an Masern Erkrankter rum. Daniel Lingenhöhl in den Masern die unnötige Rückkehr einer Krankheit. Der Kinderdok gibt noch Impfempfehlungen ab, die eher als Befehle zu verstehen sind. Schockfaktor besuchte Impfgegner im Internet. Dagegen hilft nur das Impfkritiker-Bullshitbingo!

Zum Schluss
Eine Maus wehrt sich dagegen, wie ihre Vorfahren in der Regensburger Minoritenkirche Orgelmaus zu werden..

Netzgebilde

Die wöchentliche Umschau zu Erziehung und Bildung

Diesmal zu Männern in Krippe und Kindergarten, Abgründen der Erziehungshilfe, Helikopter-Eltern, streikenden Erzieher*innen, einem Geschenketipp und einem Rap.
Das Netzgebilde macht eine kleine Pause und meldet sich spätestens am 7. Januar mit neuen kommentierten Links zurück.

Männer, also ausgebildete Kinderpfleger und Erzieher, sind in Krippen und Kindergärten so begehrt wie umstritten. Sie bürgen nicht qua Geschlecht für bessere Qualität. Holger Brandes, Rektor der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden, erläutert das.

Meine Erfahrungen als Mann im Kindergarten sind unterschiedlich. Ein Kindergarten war wegen einer Mutter, die mich vom ersten Tag an kritisch beäugte, ein schwieriges Pflaster für mich. Ich hatte die Leitung und war der einzige Mann im Team. Eine Erfahrung, die mich über zehn Jahre vom Kindergarten fernhielt. Die folgenden Texte stellen einen interessanten Querschnitt dar. In beiden Kontexten könnte ich nicht arbeiten. Ein Erzieher berichtet, warum er in der Krippe im Team arbeitet, aber nicht wickelt, ein anderer, der als Tagesvater alleine arbeitet.
Ich brauche ein (gemischt geschlechtliches) Team und eine Elternschaft, die mir vertrauen und die gleichen Tätigkeiten auftragen wie meinen Kolleginnen. In so einem vertrauensvollen Gefüge arbeite ich, und ich weiß es sehr zu schätzen. Für mich ist das selbstverständlich.

Hilfeplangespräche sind ein wesentlicher Bestandteil der Erziehungshilfe. Rückblick und Zielsetzungen für das Kind/den Jugendlichen werden darin dokumentiert. An Hilfeplangespräch nehmen Eltern, ggf. per Familengericht bestimmter Vormund, Vertreter der betreuenden Einrichtung
Wie vor allem die für Betreute wichtigen Gespräche nicht verlaufen sollten, protokolliert Schicksale der Republik.

Als ich die Erstklässler*innen das erste Mal von der Schule abholte, baute ich mich auch vor dem Klassenzimmer auf. Ihre Lehrerin sollte wissen, wer die Kinder abholt u.a der langhaarige Rockträger). Ich vereinbarte mit sofort, wo wir die Bande zukünftig in Empfang nehmen wollten – vor der Schule. Das Elternaufkommen vor dem Klassenzimmer war massiv und sehr unanganehm. Ich schämte micheine Woche später, als eine Mutter während der Wiesn ihre Kinder abholte. Kaum waren die Kinder draußen, schmiss sie sie in den SUV und fuhr rasant rückwärts aus der verkehrsberuhigten Straße, damit keine Zeit verloren gehen konnte. Um halb 12.
Der Rektor einer Stuttgarter Schule verschaffte sich Luft, indem er sich öffentlich über Helikopter-Eltern beschwerte. Ich kann ihn verstehen. (Reaktionen darauf.)

In Hamburg beendeten kürzlich Erzieher*innen und Kinderpfleger*innen um 11.55 Uhr ihren Dienst, weil es 5 vor 12 ist.

Braucht noch jemand ein Weihnachtsgeschenk?
Sohn 1 der Buddenbohms testet seit kurzem in unregelmäßigen Abständen Elektrospielzeug. Inder ersten Folge: Kurio – das Kinder-Tablet. Eine wunderbare Rubrik, auf deren Fortsetzung ich als auf dem Gebiet vollkommen unbefleckter Erzieher sehr gespannt bin!
Im neuen Jahr wird es hier ein Medienpädagogik-Spezial geben. Das Minenfeld muss betreten werden.

Zum Schluss: Behinderte rappen. Krass!

Netzgebilde

Die wöchentliche Umschau zu Erziehung und Bildung

Die von der CSU postulierte Deutschpflicht in den heimischen vier Wänden, der Plötzliche Kindstod, zwei ungewöhnliche Kindergärten, Homeschooling und noch mal Sexualität bilden die Themen dieser Woche.

Beginnen wir fast tagesaktuell. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist der inzwischen abgemilderte Vorstoß der CSU, für den ich mich als bayerischer Nicht-CSU-Wähler schäme, in Migranten- und mehrsprachigen Familien nur noch Deutsch zu sprechen, verheerend. Dazu zwei Texte.

Zum Glück weiß man inzwischen mehr über den Plötzlichen Kindstod (SIDS). Die Zahl der Kinder, die daran stirbt, ist rückläufig. Pädiater Herbert Renz-Polster fasst neue Studien zusammen und animiert Eltern, Säuglinge und Kleinkinder im ehelichen Bett schlafen zu lassen.

In Schwerin eröffnete kürzlich die zweite 24-Stunden-Kindertagesstätte, die sich an Eltern richtet, die im Schichtdienst arbeiten und einen Nachweis erbringen müssen. So wichtig sie sind, weil familiäre Netzwerke immer seltener werden, hoffe ich, nie darauf angewiesen sein zu müssen. Egal, wie gute Arbeit dort geleistet wird.
In Bergisch-Gladbach gibt es einen Wald-Kindergarten auf dem Friedhof.

In unregelmäßigen Abständen hört oder liest man von Eltern, die ihre Kinder zuhause beschulen. Es gibt hierzulande eine Schulpflicht, in anderen EU-Ländern lediglich eine Bildungspflicht. Die Hürden, Kinder nicht in die Schule schicken zu müssen, sind sehr hoch. Zu Recht, wie ich finde. Es geht nicht nur um das Lernen, sondern auch um das Interagieren in Gruppen. Ich halte auch nichts davon, Kinder vor allem Schlechten so lange wie möglich fernzuhalten. Kinder müssen sich außerhalb des Elternhauses mit anderen Autoritäten auseinandersetzen. Ein Vater erläutert in diesem Interview seine Intention.

Als Nachtrag zur Sexualpädagogik letzter Woche.
In Koblenz wird Christian Bayerlein als Behindertenbeauftragter der Stadt nicht wiedergewählt werden. Zu offen soll er über „Sexualität und Behinderung“ gesprochen haben. In einem Interview sprach er darüber.
Es ist noch sehr viel zu tun.

Zum Schluss noch ein kleiner Trost für Eltern mehrerer Kinder: Geschwisterstreit soll Kinder schlauer machen.