Neunnachneun

…ist heute ein Neunnachneunzehn – und das arg verspätet.
Deshalb wünsche ich Ihnen einen guten Start in die neue Woche statt eines schönen Sonntags.

Am 27. Januar 1945 wurden die letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz befreit.
Ich halte es für angemessen, diesem Gedenktag speziell Raum zu geben. „Nie wieder!“ gewinnt in diesen Tagen wieder mehr Gewicht, als mir lieb ist.

@rosaswelt und @SammyKuffour gedenken auf ihre Weise an den 27. Januar 1945.

Die Südkurve des FC Bayern München gedachte beim Rückrundenauftakt in Wolfsburg mit einer Choreographie Wilhelm Buisson, der sich ab 1926 als Vergnügungswart u.a. um Auswärtsfahrten kümmerte. Für sein Tun als Widerstandskämpfer wurde er 1940 in Plötzensee hingerichtet. Es sind aktive Fans, die abseits des Fußballs so viel tun, was man von der Vereinsführung derzeit nicht behaupten kann.

Christian Paffinger portraitierte in der Abendzeitung Angelo Knorr, den Vorgänger von Kurt Landauer als Präsidenten des FC Bayern. Ein schönes, wie trauriges Stück, dass die Geschichte des eigentlich weltoffenen Vereins illustriert.
(Nachtrag, 01.02.2015, 22.40 Uhr: Ich wurde von @stilangel darauf hingewiesen, dass der verlinkte Artikel womöglich auf dem Oberbayerischen Archiv 138 (2014) des Historischen Vereins von Oberbayern, das am 23.01.2015 vorgestellt wurde, in dem „Der Fall Angelo Knorr – wie die Verfolgung Homosexueller einen Vorsitzenden des FC Bayern München um Amt und Ansehen brachte“ von Anton Löffelmeier vorgestellt wurde, basiert und ohne Quellenangabe darauf Bezug nimmt. Mir liegt es fern, mich mit fremden Fahnen zu schmücken. Mir wurde der Artikel in meine Timeline gespült, und als auch an der Geschichtes des Vereins Interessiertem war es mir wichtig, diesen zu verlinken.
Nachtrag, 02.02.2015: Im AZ-Artikel wurde inzwischen auf die Primärquelle hingewiesen.)

Gestern verstarb Richard von Weizsäcker. Für viele, mich eingeschlossen, ist er der Bundespräsident, der BRD und später das wiedervereinigte Land am besten repräsentierte. Das verdankt er vor allem seiner Rede im Bundestag am 8. Mai 1985, dem offiziellen Kriegsende. Von Weizsäckers Rede analysierte vor zwei Jahren der Historiker Moritz Hoffmann, der die Anerkennung der Niederlage betont.

An dieser Stelle möchte ich auf das wunderbare Geschichtsprojekt im Netz , @DigitalPast, von Moritz Hoffmann, Charlotte Jahnz, die die Intention in der taz darstellt, Petra Tabarelli, Christian Gieseke und @MschFr hinweisen, die die letzten Kriegsmonate 1945 zeitgenau auf Twitter rekonstruieren. (Auf Englisch mit der Übersetzung von Helen May und Helena Kaschel gibt es das Projekt auch.)
Das begleitende Blog verlinkte ich hier schon mal, tue es aber gerne noch einmal. Das Buch „Als der Krieg nach Hause kam“ empfehle ich mal ungelesen…*

* Der Vollständigkeit und Würdigung halber seien hier die Twitteraccounts der Beteiligten erwähnt: @MschFr, Christian Gieseke, Moritz Hoffmann, Charlotte Jahnz, Helena Kaschel, Helen May, Petra Tabarelli

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Ein Gedanke zu “Neunnachneun

  1. Ich habe mich gefreut, den Artikel hier im Blog zu finden und es ist sicher eine schöne Sache, dass die Geschichte jetzt auch online zugänglich ist. Allein, dass der Urheber vom Autoren des Zeitungsartikels nicht genannt wird, hat mich sehr gewurmt. Daher war das mit „fremden Federn schmücken“ nur auf ihn bezogen und es tut mir leid, wenn es anders rüber kam.

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